Scienceticker Astro Scienceticker Umwelt
Beitrag verschlagwortet unter: Schädel

Musterhafte Schädel-Evolution

Foto zeigt mit Blumenmotiven bemalte Totenschädel auf einer hellen Steinplatte, im Hintergrund aufgestapelte Knochen

Der Schädel des Menschen ist weniger wandlungsfähig als häufig angenommen. Zu diesem Schluss kommt eine spanische Anthropologengruppe nach der Untersuchung von Totenschädeln in einem österreichischen Beinhaus. Verschiedene Aspekte der Schädelform sind demnach eng miteinander verknüpft, sodass sich Änderungen in einem Merkmal automatisch auch auf andere Merkmale auswirken.

Wie Raubsaurier erwachsen wurden

Foto des Schädels und weiterer Skelettteile, teils freigelegt, eingebettet in einen Block hellbraunen Gesteins

Junge Raubsaurier waren keine kleinen Ausgaben erwachsener Artgenossen. Das zeigt der Schädel eines kaum drei Jahre alten Tyrannosauriers, den japanische und mongolische Wissenschaftler in der Wüste Gobi gefunden haben. Abgesehen von der nötigen Größe fehlten dem Jungspund noch weitere Merkmale, die ihm das Angehen großer Beute ermöglicht hätten.

Steinzeit: Gefäße aus Schädeln

Foto einer der Schädelkalotten, eine Grafik zeigt ihre Lage im ursprünglichen Schädel

Vor fast 15.000 Jahren fertigten Menschen Gefäße aus den Schädeln von Verstorbenen. Dieses Fazit ziehen englische Archäologen nach der Untersuchung von Knochen aus einer Höhle im Südwesten des Landes. Die daran erkennbaren Spuren lassen vermuten, dass die Gebeine mit Sorgfalt und Erfahrung bearbeitet wurden.

Neandertaler waren keine “Hohlköpfe”

Röntgenaufnahme eines menschlichen Schädels von vorn, darin farbig markiert die verschiedenen Nasennebenhöhlen

Im Schädel des Neandertalers gab es weniger Luft als gemeinhin angenommen. Zu diesem Schluss kommen englische und deutsche Forscher nach einem sorgfältigen Vergleich. Die Nasennebenhöhlen des Neandertalers waren demnach nicht größer als die des modernen Menschen.

Sauropoden: Wie die Langhälse groß wurden

Frontalaufnahme des Schädels mit leicht geöffnetem Kiefer, breite Nasenöffnungen und Augenhöhlen

Auch die größten Landwirbeltiere aller Zeiten haben klein angefangen, belegt ein in China gefundenes Fossil. Das annähernd vollständige Skelett stammt von einem Dinosaurier, der am Anfang der Entwicklungslinie der Sauropoden stand. Von seinen spektakulären Nachfahren mit ihren langen Hälsen unterscheidet er sich noch in mehreren Merkmalen – insbesondere wurde er “lediglich” zehn Meter lang.

Wie Beuteltiere groß wurden

Kollage zeigt vier längliche Schädel unterschiedlicher Größe und Proportionen

Menschliche Säuglinge mit ihrem gut entwickelten Hirn haben vergleichsweise riesige Köpfe, während der übrige Körper erst im Laufe der Zeit aufholt. Ganz anders bei einem vor 15 Millionen Jahre lebenden Beuteltier, haben australische Forscherinnen herausgefunden. Zu Beginn besaßen die Tiere eher kleine Schädel, die auf das Saugen im mütterlichen Beutel ausgelegt waren.

“Kindsköpfe” bei Dinosauriern

Rekonstruktion zeigt spitz zulaufende bzw. kantige Köpfe auf langen Hälsen

Kinder sehen nicht aus wie kleine Erwachsene, sondern haben ein rundlicheres Gesicht mit großen Augen. Auf ein ähnliches Muster sind amerikanische Paläontologen bei einem Dinosaurier gestoßen. Die Jungen des Sauropoden hatten weniger kantige Schnauzen und vergleichsweise größere Augen als erwachsene Tiere.

Alternde Unterkiefer

Zwei CTs zeigen die 'Verflachung" des Unterkiefers mit dem Alter

Wenn sich mit dem Alter das Gesicht verändert, liegt das nicht nur am “Erschlaffen” von Haut und Bindegewebe. Auch die Knochen des Gesichtsschädels erfahren typische Veränderungen, bestätigt eine Untersuchung amerikanischer Mediziner. Das gilt besonders für die Form des Unterkiefers.

Vom Überleben der Goldigsten

Foto eines kurzhaarigen Chihuahuas, kleiner Hund mit großen Augen und Ohren, schiefgelegter Kopf

Je nach den momentanen “Sachzwängen”, kann die Evolution bemerkenswerte Wege einschlagen. Das beste Beispiel dafür ist der Haushund, zeigen Untersuchungen eines englisch-amerikanischen Forscherduos. Befreit von natürlichen Zwängen und gelenkt durch das ästhetische Empfinden der Züchter, hat die Schädelform bei den verschiedenen Hunderassen eine beispiellose Bandbreite erreicht.

Der Urahn des T. rex

Foto: Diane Turner (Creative Commons)

Den möglicherweise ältesten Verwandten des Tyrannosaurus rex haben deutsche und britische Forscher identifiziert. Ein versteinerter Schädel, der schon vor gut 100 Jahren im Westen Englands gefunden worden war, gehört demnach zu einem besonders frühen Tyrannosauriden.

Copyright © 2012 by Stefan Jacobasch und Carsten Meinke (Impressum) | Template by Gabfire themes
Real Time Web Analytics