Scienceticker Astro Scienceticker Umwelt
Beitrag verschlagwortet unter: Bakterien

Bakterien säen, um zu ernten

EM-Aufnahme zeigt zwei Bakterienzellen mit dünnen Fortsätzen, darin dunkle Punkte wie Perlen auf der Schnur

Bakterien beherrschen einen verblüffenden Trick, um ihre Reichweite zu vergrößern. Das haben amerikanische Forscher am Beispiel von Bodenbakterien entdeckt. Die Mikroben können aus ihrer Oberfläche lange Fortsätze ausstülpen, die enzymgefüllte Bläschen enthalten. Auf diese Weise reduzieren sie möglicherweise ihre Abhängigkeit vom Wasser.

Neues von der Titanic

Foto zeigt Bart aus Rostzapfen, die im Scheinwerferlicht gelb-grünlich erscheinen

Seit der Entdeckung der Titanic sind Abertausende von Fundstücken aus dem Wrack des Ozeanriesen an die Oberfläche gebracht worden. Darunter ist auch eine neue Bakterienart, die kanadische und spanische Forscherinnen entdeckt haben. Bemerkenswert an der Mikrobe ist vor allem ihr großer Appetit auf Eisen.

Elektrisierende Evolution

Foto zeigt Profilansicht einer jungen blonden Frau, ein Glasfläschchen betrachtend, in dem rote Klumpen in klarer Flüssigkeit schwimmen

Bakterien sind nicht die Einzelgänger, für die sie lange gehalten wurden. Ganz im Gegenteil, zeigt ein Evolutionsexperiment einer amerikanischen Forscherin. In dessen Verlauf schlossen sich zwei unterschiedliche Bakterienarten elektrisch zusammen und legten als Resultat ein besonders rasches Wachstum an den Tag.

Des Keimes neue Kleider

Eingefärbte Raster-EM-Aufnahme zeigt goldene Kügelchen, kleine Gruppen bildend, auf türkisfarbener Unterlage

Amerikanische Chemiker haben einfache und elegante Methode entwickelt, um das Äußere von Bakterien gezielt zu verändern. Die Forscher versehen kleine Moleküle mit einer Art natürlichem Adressaufkleber, wie ihn für die Zellwand bestimmte Proteine aus dem Zellinneren tragen. Daraufhin werden die künstlichen Moleküle ebenfalls wie selbstverständlich in die Zellwand eingebaut.

Sparsame Bakterien

Eingefärbte EM-Aufnahme zeigt rotes, pummeliges Stäbchenbakterium mit langen dünnen Geißeln auf grünem Hintergrund

Wegwerfartikel sind meist einfacher und billiger als solche für die mehrfache Verwendung. Das gleiche Prinzip haben amerikanische Forscher auch in Bakterien entdeckt. Solche Proteine, die ihre Funktion außerhalb der Bakterienzelle erfüllen, sind demnach deutlich günstiger in der Herstellung als solche, die in der Zelle verbleiben und wiederverwertet werden können.

Wasserflöhe als Reittiere

Wasserfloh Daphnia magna

Im Wasser lebende Bakterien lassen sich von Wasserflöhen in Regionen transportieren, in die sie aus eigener Kraft nicht gelangen könnten. Auf dem Rücken der Flöhe wechseln sie zwischen verschiedenen Wasserschichten. Das belegen Versuche mit drei unterschiedlichen Bakterienarten aus dem Brandenburger Stechlinsee.

Bakterien sind kollektiv findig

Eingefärbte EM-Aufnahme zeigt rotes, pummeliges Stäbchenbakterium mit langen dünnen Geißeln auf grünem Hintergrund

Was ihnen an Einsicht fehlt, können Bakterien zumindest teilweise durch schiere Masse wettmachen. Das haben amerikanische Physiker bei Versuchen mit dem Darmbakterium Escherichia coli beobachtet. Sobald die Zelldichte einen gewissen Wert überschritt, fanden die Bakterien rasch den Weg durch einen mikroskopischen Hindernisparcours.

Der Urwald in der Nase

Eingefärbte Raster-EM-Aufnahme zeigt eine purpurrote Traube kugelförmiger S. aureus auf sattgrünem Hintergrund

In puncto Artenvielfalt kann es der menschliche Körper mit so manchem Ökosystem aufnehmen. Das belegt eine Erkundung der Nasenlöcher durch Braunschweiger Forscher und ihre Kollegen aus Münster und Jena. In Nasenabstrichen von 40 Personen fanden sie eine erstaunliche Vielfalt mikrobieller Bewohner, die nicht unbedingt gut miteinander auskommen.

Schlick unter Strom

Lars Peter Nielsen untersucht Sedimente mit einem Mikrosensor

Bakterien im Meeresboden stehen über einen “elektrischen Schnorchel” mit dem Meerwasser in Verbindung. Diesen Schluss legen Messungen dänischer und japanischer Forscher nahe. In sauerstofffreien Sedimentschichten freigesetzte Elektronen fließen demnach über größere Strecken aufwärts und reagieren mit dem Sauerstoff in besser durchlüfteten Schichten.

Antibiotika: Wachsender Widerstand im Boden

schafe-weide

Der Einsatz von Antibiotika ist auch an den Mikroben im Erdreich nicht spurlos vorübergegangen. Das haben englische und niederländische Forscher anhand Jahrzehnte alter Bodenproben zeigen können. Die Häufigkeit vieler Resistenzgene darin ist seit dem Zweiten Weltkrieg annähernd exponentiell gestiegen.

Copyright © 2012 by Stefan Jacobasch und Carsten Meinke (Impressum) | Template by Gabfire themes
Real Time Web Analytics