15.10.2003, 13:15 Uhr
Kaffee bringt Spermien auf Trab
Wer viel Kaffee trinkt, hat beweglichere Spermien. Anders als beispielsweise der Konsum von Haschisch hat das Koffein jedoch keine negativen Effekt auf Menge und Zustand der Samenzellen, berichten brasilianische Mediziner auf einer Fachkonferenz im texanischen San Antonio. Daher könnte es möglicherweise bei bestimmten Formen der männlichen Unfruchtbarkeit helfen.
Die Gruppe um Sami Arap von der Universidade de São Paulo untersuchte 750 Männer, die sich in ihrem Krankenhaus sterilisieren ließen. Neben den Spiegeln verschiedener Geschlechtshormone ermittelten sie auch die Zahl der Samenzellen sowie deren Beweglichkeit und Schwimmgeschwindigkeit. Zudem befragten sie die Patienten nach ihrem täglichen Kaffeekonsum.
Rund ein Viertel der Männer gab an, täglich sechs Tassen Kaffee oder mehr zu trinken. Weder die Hormonspiegel noch die Spermienzahlen oder die Form ihrer Bewegungen schienen durch diesen hohen Konsum beeinflusst zu werden. Lediglich die Beweglichkeit der Spermien war erhöht, berichten die Forscher auf dem Jahrestreffen der American Society of Reproductive Medicine.
In Deutschland ist etwa jedes sechste Paar ungewollt kinderlos. In etwa 40 Prozent der Fälle liegt die Ursache allein beim Mann, meist produziert er zu wenige oder fehlgestaltete Spermien oder solche mit einer eingeschränkten Beweglichkeit. Zumindest im letzteren Fall, einer so genannten Asthenozoospermie, könnten laut Arap und seinen Kollegen vielleicht Präparate helfen, "deren Aktivitätsprinzip auf Koffein beruht".
Forschung: Fabio F. Pasqualotto, Antonio M. Lucon, Bernardo P. Sobreiro, Jorge Hallak und Eleonora B. Pasqualotto, Sami Arap, Departamento de Urologia, Universidade de São Paulo
Präsentation auf dem Jahrestreffen der American Society of Reproductive Medicine, San Antonio, Texas
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Unfruchtbarkeit, Sterilität
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