24.10.2003, 11:45 Uhr
Olivin: Neue Belege für trockenen Mars
An der Oberfläche des Mars finden sich große Vorkommen des Minerals Olivin, haben amerikanische Geowissenschaftler entdeckt. In einem feucht-warmen Klima verwittert das grünliche Mineral rasch. Daher liefert der Fund nach Ansicht der Forscher einen weiteren Beleg dafür, dass der rote Planet seit langem eine trockene und frostige Welt ist.
Todd Hoefen vom US Geological Survey in Denver, Colorado, und seine Kollegen werteten Infrarotspektren der Marsoberfläche aus, die die Sonde Mars Global Surveyor in den letzten Jahren gesammelt hat. Indem sie diese mit den Spektren bekannter Mineralien verglichen, konnten sie auf die Zusammensetzung der Gesteine an der Oberfläche unseres Nachbarplaneten schließen.
In einer Nili Fossae genannten Marsregion liegt demnach auf einer Fläche von rund 30.000 Quadratkilometern das Eisen- und Magnesiumsilikat Olivin zutage, berichten die Forscher im Magazin "Science". Nili Fossae ist von Gräben und Brüchen durchzogen, die vermutlich auf einen verheerenden Einschlag zurückgehen. Hoefen und seine Kollegen vermuten daher, dass durch dieses Ereignis ausgelöste Verwerfungen das Mineral, ein Hauptbestandteil des Erdmantels, zur Oberfläche beförderten.
"Dies lässt vermuten, dass das Olivin möglicherweise kurz nach dem Einschlag an die Oberfläche gelangte", schreiben die Forscher, also vor bis zu 3,6 Milliarden Jahren. Zwar könne das rasch verwitternde Mineral auch erst vor wenigen hunderttausend Jahren freigelegt worden sein. Weitere kleinere Vorkommen in anderen Marsregionen bekräftigten jedoch die Annahme, "dass der Mars seit langer Zeit kalt und trocken ist."
Forschung: Todd M. Hoefen, Roger N. Clark, US Geological Survey, Denver, Colorado; und andere
Veröffentlicht in Science, Vol. 302, 24. Oktober 2003, pp 627-30
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