29.9.2003, 17:55 Uhr
Silberabbau in den Anden schon im 11. Jahrhundert
In den Anden wurde schon lange vor dem Aufstieg der Inka-Kultur Silber gefördert und verarbeitet. Darauf deuten Ablagerungen hin, die amerikanische Wissenschaftler im Süden Boliviens entdeckt haben. Nahe der Silbermine Cerro Rico de Potosi soll demnach schon im 11. Jahrhundert die so genannte Tiwanaku-Kultur (1000 bis 1200 n.Chr.) Silber geschmolzen haben.
Alexander Wolfe von der University of Alberta und Mark Abbott von der University of Pittsburgh haben in einem See in der Nähe der Mine rund tausend Jahre alte Ablagerungen von Blei und anderen Schwermetallen gefunden, die bei der Gewinnung von Silber anfallen. Erst mit dem Untergang der Tiwanaku-Kultur endete auch die Umweltverschmutzung, schreiben die Forscher im Magazin "Science".
Mehrere tausend Tonnen Silber sollen nach den Berechnungen der Forscher im 11. Jahrhundert gefördert worden sein. Allerdings ist davon nichts erhalten geblieben. Wolfe und Abbott vermuten, der kostbare Rohstoff sei schon zur Zeit der Inkas wieder eingeschmolzen worden.
Die Mine selbst wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts von den Inkas erneut in Betrieb genommen. Aus dieser Zeit lassen sich ebenfalls Rückstände aus der Verhüttung der Silbererze nachweisen. Eine niedrigere Bleibelastung des Sees lasse aber auf technische Verbesserungen dieser zweiten Bergbau-Epoche schließen, schreiben die Forscher.
Forschung: Alexander P. Wolfe, Department of Earth and Atmospheric Sciences, University of Alberta, Mark B. Abbott, University of Pittsburgh, in "Science", Vol. 301, Number 5641. 26. September 2003, p 1893-1895
Abstract der Arbeit
| [Zurück] | |

