13.8.2003, 15:02 Uhr
Aminosäure in galaktischen Wolken nachgewiesen
Eine internationale Forschergruppe hat die Aminosäure Glycin in drei riesigen Gaswolken der Milchstraße nachgewiesen. Die Anwesenheit der einfachsten Aminosäure in diesen Gebieten der Sternentstehung spricht nach Ansicht der Astronomen und Physiker für die Vermutung, Planeten bei neu entstandenen Sternen könnten dank der interstellaren Chemie von Beginn an mit der Saat des Lebens versorgt sein.
Die Entstehung des Lebens auf der Erde ist unter Forschern immer noch umstritten - mit der Entdeckung von Leben in "unmöglichen" Habitaten wächst die Zahl möglicher Entstehungsorte sogar. Als mögliche Kandidaten gelten etwa Gezeitentümpel, Gischttröpfchen oder heiße Quellen auf dem Land oder am Meeresgrund. Einige Forscher sind zudem überzeugt, dass Meteoriten, wenn nicht das Leben selbst, so doch zumindest eine "Starthilfe" in Form organischer Moleküle aus dem Weltraum auf die Erde brachten.
"Die Entdeckung interstellaren Glycins bekräftigt die These, dass organische Moleküle aus dem interstellaren Raum eine entscheidende Rolle in der präbiotischen Chemie der jungen Erde gespielt haben könnten", schreiben nun Yi-Jehng Kuan von der National Taiwan Normal University, Taipei, und seine Kollegen im "Astrophysical Journal".
Bislang sind über 130 verschiedene organische Moleküle im Weltraum oder in Meteoriten nachgewiesen worden, darunter Zucker, Alkohole und verschiedene Säuren. Kuan und seine amerikanischen und polnischen Kollegen fahndeten nach der einfachsten Aminosäure, dem Glycin. Im Laufe der letzten vier Jahre richteten sie immer wieder ein Radioteleskop auf die riesigen Molekülwolken Sagittarius B2, Orion-KL und W51 - Gebiete der Sternentstehung in der Milchstraße. Tatsächlich fanden sie dabei Gruppen von insgesamt 27 Spektrallinien, die auf Rotationen chemischer Gruppen im Glycin-Molekül zurückgehen.
Forschung: Yi-Jehng Kuan, Department of Earth Sciences, National Taiwan Normal University, Taipei; Steven B. Charnley, Space Science Division, NASA Ames Research Center, Moffett Field, Kalifornien; Zbigniew Kisiel, Institute of Physics, Polish Academy of Sciences, Warschau; und andere
Veröffentlicht in The Astrophysical Journal, Vol. 593, Printausgabe 20. August 2003, pp 848-67
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The Origin of Life
Giant Molecular Clouds
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