10.11.2003, 14:13 Uhr
Fischer fangen jede dritte Meeresschildkröte

Ein Drittel aller Meeresschildkröten endet in Netzen oder an Fangleinen, schätzt eine internationale Biologengruppe. Die britischen, italienischen und US-amerikanischen Forscher nutzten Satellitendaten über die Wanderungen von Schildkröten. Dabei zeigten einige Signale ein höchst verdächtiges Verhalten.

"Selbst mit den wenigen zur Verfügung stehenden Daten zeigt diese erste Studie, dass ausgewachsene Schildkröten häufig als Beifang enden und besser geschützt werden müssen", schreiben die Forscher um Gaeme Hays von der University of Wales, Swansea, und seine Kollegen im Fachblatt "Marine Ecology Progress Series". Einige Populationen von Meeresschildkröten könnten schon bald ausgerottet sein.

Die Forscher analysierten Daten aus mehreren Studien, bei denen 50 mit Satellitensendern ausgestattete Suppenschildkröten, Lederschildkröten und Karettschildkröten über insgesamt 5.923 Schildkröten-Tage verfolgt worden waren. Merkwürdigerweise schienen sechs der Tiere schnurstracks Küstenorte anzusteuern oder sich längere Zeit außerhalb des Wassers aufzuhalten, berichten Hays und Kollegen. Offenbar waren diese Tiere von Fischern gefangen worden - eine Vermutung, die in drei Fällen durch Beobachtungen belegt werden konnte.

Anhand dieser Zahlen schätzen die Biologen die jährliche, durch Fischerei bedingte Mortalität unter Meeresschildkröten auf 31 Prozent. Sechs der sieben Arten gelten bereits als gefährdet, bei drei von ihnen wird die Lage als kritisch eingeschätzt.


Forschung: Graeme C. Hays, Annette C. Broderick und Brendan J. Godley, School of Biological Sciences, University of Wales, Swansea; und andere

Veröffentlicht in MEPS, Vol. 262, 7. November 2003, pp 305-9

WWW:
Homepage Graeme Hays
- Der Artikel online [PDF]
Sea Turtles
Turtle Excluder Devices

[Zurück]


Dies ist eine Archiv-Datei. Wir bitten um Verständnis, dass Links und Inhalte nicht mehr aktualisiert werden. Zum Aufruf des aktuellen Sciencetickers klicken Sie bitte auf eine Rubrik aus der linken Spalte.


Werbung: