5.9.2003, 15:36 Uhr
SARS: Mehr Hinweise auf Ursprung in Wildtieren

Südostasiatische Märkte sind Umschlagsplätze nicht nur für Tiere und Fleisch, sondern auch für Viren wie den SARS-Erreger. Entsprechende Befunde präsentieren chinesische Forscher im Magazin "Science". Auf einem chinesischen Markt fanden sie in Tieren und Menschen ein Virus, dass sich nur minimal von dem Erreger des schweren akuten Atemwegssyndroms unterscheidet.

Die Befunde legten nahe, dass Märkte SARS-ähnlichen Viren "die Gelegenheit bieten, sich zu vermehren und auf andere Wirte überzugehen, einschließlich Menschen", schreiben die Forscher um Yi Guan von der University of Hong Kong. Nach wie vor sei jedoch offen, ob eine der auf den Märkten gehandelten Arten auch das natürliche Reservoir des Virus sei.

Die ersten SARS-Fälle waren im letzten November in der südchinesischen Provinz Guangdong aufgetreten. Auf einem dortigen Markt suchten Guan und seine Kollegen nach Hinweisen auf die Herkunft des verantwortlichen Coronavirus. Bei vier von sechs untersuchten Schleichkatzen der Art Paguma larvata und einem Marderhund (Nyctereutes procyonoides) fanden sie mit dem Erreger nahezu identische Viren. Ein Chinesischer Dachs (Melogale moschata) sowie 40 Prozent der untersuchten Tierhändler wiesen entsprechende Antikörper auf. Weder Tiere noch Menschen waren jedoch erkrankt.

Eine mögliche Ursache entdeckten die Forscher bei der Sequenzierung der neuen Virusstämme. Gegenüber den aus Markttieren isolierten Virusstämmen fehlt sämtlichen bei SARS-Opfern aufgetretenen Viren ein 29 Basenpaare langer Erbgutabschnitt. Vielleicht habe der Verlust dieses Abschnitts zur Aufspaltung eines einzigen Gens in zwei neue geführt, schreiben Guan und seine Kollegen. Die biologische Bedeutung dieses Vorgangs müsse nun genauer untersucht werden.


Forschung: Yi Guan und Bojian Zheng, Department of Microbiology, The University of Hong Kong; und andere

Online-Veröffentlichung Science Express, 4. September 2003, DOI 10.1126/science.1087139

WWW:
SARS
Schleichkatzen
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