3.11.2003, 11:49 Uhr
Testosteron: Männer springen schnell an
Der männliche Paarungstrieb könnte psychologische und medizinische Versuche verfälschen. Entsprechende Resultate präsentieren amerikanische Forscher im Fachblatt "Evolution and Human Behavior". Schon ein kurzer Kontakt mit einem weiblichen Labormitglied genügt demnach, um den Testosteronspiegel männlicher Probanden deutlich ansteigen zu lassen - und ein regelrechtes Balzverhalten auszulösen.
"Insgesamt passen die Resultate zu der Hypothese, dass Männer auf Verhaltens- und Hormonebene eine Balzreaktion zeigen können, wie sie ähnlich auch bei Männchen vieler anderer Wirbeltierarten beobachtet wird", schreiben die Forscher um Dario Maestripieri von der University of Chicago.
Die Verhaltensforscher rekrutierten 18 bis 36 Jahre alte Studenten unter dem Vorwand, lediglich ihre Speichelchemie untersuchen zu wollen. Nach Abgabe der Speichelprobe trafen die Probanden "zufällig" auf ein weibliches oder männliches Labormitglied, das sie in ein Schwätzchen verwickelte. Unmittelbar danach wurden sie um eine zweite Speichelprobe gebeten.
Der kurze Kontakt mit der Jungforscherin ließ die Testosteronspiegel im Speichel um durchschnittlich 30 Prozent ansteigen, berichten Maestripieri und Kollegen. Je ausgeprägter der Anstieg, desto eher war der Lockvogel überzeugt, ihr Gegenüber habe Eindruck schinden wollen, und desto attraktiver erschien den männlichen Probanden wiederum ihre Gesprächspartnerin.
Forschung: James R. Roney, Stephen V. Mahler und Dario Maestripieri, Institute for Mind and Biology, University of Chicago, Illinois
Veröffentlicht in Evolution and Human Behavior, Vol. 24(6), November 2003, pp 365-75
WWW:
Institute for Mind and Biology, U Chicago
Testosteron
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