27.10.2003, 11:54 Uhr
Gotts große Mauer

Die bislang größte Struktur im Universum haben amerikanische Astronomen entdeckt. Bestehend aus Myriaden von Galaxien, zieht sie sich wie ein riesiges Band über eine Länge von 1,37 Milliarden Lichtjahren durch das All. Damit ist sie fast doppelt so groß wie der bisherige Rekordhalter.

Das Universum gleicht einer Art Schaumbad, in dem immense Leerräume von einer Seifenhaut aus sichtbarer Materie einhüllt werden. Die Haut einer besonders imposanten Schaumblase war vor einigen Jahren entdeckt und "Große Mauer" getauft worden. Sie ist rund 760 Millionen Lichtjahre lang, 200 Millionen Lichtjahre hoch und 15 Millionen Lichtjahre mächtig.

Rund 80 Prozent größer ist die "Mauer", die Richard Gott von der Princeton University, New Jersey, und seine Kollegen jetzt ausfindig gemacht haben. Für ihre neue Karte des Universums nutzten die Forscher unter anderem Daten des Sloan Digital Sky Survey. Ziel dieser groß angelegten Himmelsdurchmusterung ist es, ein Viertel des Nachthimmels zu kartieren und dabei Position und Entfernung von schätzungsweise 100 Millionen Objekten zu ermitteln.

Die schwammartige Struktur des Universums erklären Kosmologen mit minimalen Dichtefluktuationen, die in der Materie unmittelbar nach dem Urknall auftraten. Computersimulationen hatten zwar vermuten lassen, dass diese winzigen Störungen zu imposanten Strukturen führen können. Dennoch war schon die Entdeckung der "Großen Mauer" eine Überraschung für die Forscher. Auch die neue "Mauer" strapaziere die Theorie, so Gott gegenüber der Onlineausgabe des Magazins "Science" - jedoch nicht über Gebühr. "Sie ist etwas größer, als wir vermutet hätten, aber nicht in beunruhigendem Maße."


Forschung: J. Richard Gott, III., Mario Juric, David Schlegel, Department of Astrophysical Sciences, Princeton University, New Jersey; und andere

Preprint astro-ph/0310571

WWW:
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Logarithmic Maps of the Universe
Sloan Digital Sky Survey
Über die "Große Mauer"

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