28.10.2003, 10:28 Uhr
Rauchen erhöht Risiko für Multiple Sklerose
Multiple Sklerose tritt bei Rauchern 1,8-mal häufiger auf als bei Nichtrauchern, berichten norwegische und amerikanische Mediziner im Fachblatt "Neurology". Ihrer Ansicht nach können die Ergebnisse dazu beitragen, das komplexe Ursachengefüge der Nervenkrankheit zu entwirren.
Trond Riise von der Universität Bergen und seien Kollegen verschickten Fragebögen an 22.312 Einwohner des norwegischen Kreises Hordaland. Darin wurden die zwischen 40 und 47 Jahre alten Personen unter anderem gefragt, ob sie jemals geraucht hatten. 87 Befragte litten an Multipler Sklerose. Bei Männern erhöhte gegenwärtiger oder ehemaliger Tabakkonsum die Erkrankungshäufigkeit auf das 2,75fache, bei Frauen auf das 1,61fache des Wertes bei Nichtrauchern.
Riise und seine Kollegen hoffen, "dass uns diese Resultate helfen werden, mehr über die Ursachen der Multiplen Sklerose zu erfahren." Bei der Erkrankung greift das Immunsystem die Umhüllung der Nervenfasern im Zentralnervensystem an, die ähnlich einer Isolierung fungierende Myelinscheide. Die Folge sind Sensibilitäts- und Bewegungsstörungen, die häufig schubweise immer stärker werden. Allein in Deutschland gibt es schätzungsweise bis zu 180.000 MS-Patienten.
Neben den Genen tragen vermutlich auch Faktoren wie Infektionen oder die Ernährung zum Ausbruch der Krankheit bei. "Lediglich anfällig machende Genvarianten zu besitzen oder bestimmten Umweltfaktoren ausgesetzt zu sein, reicht nicht aus, um die Krankheit auszulösen", erläutert Gary Franklin von der University of Washington in Seattle.
Forschung: Trond Riise, Department of Public Health and Primary Health Care, Faculty of Health and Social Sciences, University of Bergen; und andere
Veröffentlicht in Neurology, Vol. 61, 28. Oktober 2003, pp 1122-4
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Multiple Sklerose
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Deutsche Multiple-Sklerose-Gesellschaft
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