6.10.2003, 15:17 Uhr
Sicherer stehen auf vibrierenden Sohlen
Vibrierende Schuheinlagen verbessern den Stand und könnten vor allem ältere Menschen vor Stürzen bewahren. Entsprechende Versuchsergebnisse präsentieren amerikanische Forscher im Fachblatt "The Lancet". Die Vibrationen selbst sind bewusst nicht wahrnehmbar, verstärken jedoch Signale der Fußsohlen an das Gehirn.
Beim Stehen oder Gehen korrigiert das Gehirn laufend die Körperhaltung. Dabei verlässt es sich nicht nur auf das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, sondern auch auf Signale aus der Muskulatur und Drucksensoren der Haut. "Die Verschlechterung dieser Somatosensorik steht bei Personen jenseits des 65. Lebensjahrs mit einem erhöhten Sturzrisiko in Verbindung", schreiben die Forscher um James Collins von der Boston University.
Collins und seine Kollegen führten nun Versuche mit 15 jungen und 12 älteren Personen durch. Die im Schnitt 23 bzw. 73 Jahre alten Teilnehmer mussten lediglich mit geschlossenen Augen eine halbe Minute lang auf einem Fleck stehen, während Kameras selbst minimales Schwanken registrierten. Bei einigen Versuchsdurchgängen wurden ihre Fußballen über vibrierende Einlegesohlen mechanisch stimuliert. Diese Vibrationen reduzierten das Hin-und-Her-Pendeln des Oberkörpers bei allen Teilnehmern, besonders deutlich jedoch bei den älteren.
Die Wirkung der nicht wahrnehmbaren Vibrationen führen die Forscher auf das Phänomen der stochastischen Resonanz zurück. Dabei werden schwache Signale durch Rauschen über einen kritischen Wert gehoben - in diesem Falle die Signale der Sohlenhaut durch die Vibrationen über die Wahrnehmungsschwelle. Collins und sein Team glauben, dass ihre Einlegesohlen und ähnliche Geräte älteren Personen mit Haltungsschwierigkeiten helfen und so die Sturzhäufigkeit senken können.
Forschung: Attila A. Priplata und James J. Collins, Center for BioDynamics und Department of Biomedical Engineering, Boston University; und andere
Veröffentlicht in The Lancet, Vol. 362, 4. Oktober 2003, pp 1123-4
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Introduction to Stochastic Resonance
Visual Perception of Stochastic Resonance
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