1.10.2003, 13:12 Uhr
Römisches "Souvenir vom Hadrianswall" entdeckt
In Nordengland haben Hobbyarchäologen ein Bronzegefäß entdeckt, das vermutlich einen römischen Legionär an seine Dienstzeit am Hadrianswall erinnern sollte. Ähnlich heutigen Souvenirs ist es in bunten Farben "nach Art der Region" verziert. Zudem trägt es die Namen von vier römischen Lagern, die die Grenze zwischen der römischen Provinz und den Schotten sicherten.
Ralph Jackson vom British Museum in London beschreibt das Gefäß als "eine Patera, ein mit Handgriffen versehenes Gefäß, das große Ähnlichkeit mit einem kleinen Kochtopf aufwies. Boden und Griff wurden separat hergestellt und angelötet, sind jedoch verloren gegangen." Das Gefäß stammt aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus ist mit blauen, roten, türkisfarbenen und gelben Einlagen im "keltischen Stil" geschmückt.
Fast noch wertvoller für die Archäologen ist die Inschrift, die sich um den Topf zieht. Mit Mais (Bowness), Coggabata (Drumburgh), Uxelodunum (Stanwix) und Cammoglanna (Castlesteads) zählt sie vier römische Lager am westlichen Abschnitt des Hadrianswalls auf. "Das Gefäß bestätigt die Namen für vier Lager [...] und zeigt wahrscheinlich erstmals die korrekte damalige Form für Drumburgh", so Roger Tomlin von der Oxford University. Damit seien nunmehr drei Gefäße mit solchen Inschriften bekannt. Bei allen handle es sich wahrscheinlich um Souvenirs vom Hadrianswall.
Das Fundstück zeigt zudem einen Personennamen, Aelius Draco, und einen weiteren Ortsnamen, Rogorevali. "Aelius Draco war vielleicht ein Veteran einer Garnison am Hadrianswall und ließ sich gegen Ende seines Dienstes das Gefäß anfertigen, um ihn an seine Militärzeit zu erinnern", sagt Sally Worrell vom University College London. Dem griechischen Namen zufolge stammten der Soldat oder seine Familie aus dem östlichen Teil des römischen Reiches. Warum sich sein Mitbringsel noch im Norden Englands findet, ist unbekannt.
Forschung: Portable Antiquities Scheme
WWW:
Portable Antiquities Scheme
Hadrian's Wall
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