20.11.2003, 15:10 Uhr
Online: Igor findet Programmfehler
Hilfe für entnervte Programmierer offerieren Saarbrücker Informatiker. Ein von ihnen entwickeltes System findet automatisch heraus, warum ein Programm nicht wie gewünscht arbeitet. Getauft auf den Namen Igor, steht es nun unter www.askigor.org kostenlos zur Verfügung.
Entwickelt wurde die automatische Fehlersuche von Andreas Zeller und seiner Gruppe an der Universität des Saarlandes. Um die Effektivität ihrer Suchalgorithmen testen zu können, benötigen die Informatiker jedoch reichlich fehlerhaftes Futter für Igor. "Der Deal ist einfach", so die Forscher, "wir bekommen Ihr fehlerhaftes Programm, Sie bekommen unsere Diagnose."
Softwarefehler verursachen jährlich Kosten in Milliardenhöhe. Doch so leicht sich ein Fehler bei der Programmierung einschleicht, so schwierig ist er im fertigen Programm aufzuspüren. Zeller baut darauf, diese zermürbende Arbeit wiederum Computern zu überlassen. Das Onlinesystem benötigt dazu eine Internetadresse, unter der es den Quellcode des zu analysierenden Programms abrufen kann, sowie zwei Programmaufrufe, von denen einer korrekt abgearbeitet wird, der andere jedoch einen Fehler verursacht. Der Vergleich der Programmabläufe zeigt dann, an welcher Stelle die folgenschwere "Anomalie" auftritt.
Taufpate für Igor sei der Diener in zahlreichen Frankenstein-Filmen, so Zeller. Egal, wie trist und unschön eine Aufgabe auch sei, Igor führe die Anordnungen seines Herrn loyal aus. Ganz so willfährig ist der Online-Geselle noch nicht: Derzeit verdaut er nur für das Betriebssystem Linux geschriebene Programme. Weitere Diagnosewerkzeuge seien in Arbeit, versichert Zeller.
Forschung: Andreas Zeller, Lehrstuhl für Softwaretechnik, Universität des Saarlandes, Saarbrücken; und andere
WWW:
AskIgor
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