7.6.2004, 11:14 Uhr
Marsrover wagt Abstieg in Krater

Mit dem Marsrover Opportunity geht es bergab - zumindest im wörtlichen Sinne. Die US-Weltraumbehörde NASA hat nun beschlossen, den Roboter in einen großen Krater zu schicken, aus dem er möglicherweise nicht wieder herauskommen wird. Grund für das Manöver ist die Hoffnung auf tiefe Einblicke in die Vergangenheit des roten Planeten.

Opportunity war Ende Januar in einem kleinen Krater in der Marsebene Meridiani Planum gelandet. Aus dort zutage tretendem Gestein hatten die beteiligten Forscher geschlossen, dass das Gebiet einmal von einem flachen Meer oder See bedeckt war. Allerdings waren für Opportunity nur die obersten Schichten der Gesteinskruste zugänglich. Daher ließ sich nicht einschätzen, wie lange der lebensfreundliche Zustand angehalten hatte.

Bild: NASA/JPL/Cornell University

Verlockendes Ziel: Gesteinsformation "Karatepe" im "Endurance Crater". Bild: NASA/JPL/Cornell University

Anders in dem stadiongroßen "Endurance Crater", an dessen Rand der Roboter derzeit parkt. An der Innenseite des Kraterwalls ragen auch tiefere Gesteinsschichten hervor und stellen ein verlockendes Ziel dar. "Es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass wir auch wieder herauskommen", erläutert NASA-Chefwissenschaftler Ed Weiler. "Daher haben wir weitere wissenschaftliche Ziele erwogen, die der Rover verfolgen könnte, wenn er den Rest seiner Lebenszeit im Kraterinnern verbringen müsste."

Noch in dieser Woche soll Opportunity einen Punkt am südlichen Kraterrand ansteuern und sich von dort fünf bis sieben Meter weit ins Kraterinnere vortasten, so dass ein Teil des Gesteins in Reichweite seines Instrumentenarms kommt. "Der Plan lautet, [...] die freiliegenden Schichten für einige Tage zu untersuchen, dann rückwärts den Hang hinaufzufahren und den Krater wieder zu verlassen", erläutert Richard Cook vom Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena. Die Hangneigung von 25 Grad, entsprechend einer Steigung von 47 Prozent, stelle kein unüberwindbares Hindernis dar. "Unsere Tests zeigen, dass wir 25 Grad bewältigen können, vorausgesetzt, dass sich unter den Rädern Fels findet und nicht etwa lockerer Sand."


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