29.3.2004, 14:58 Uhr
Forellen entspannen durch Schikanieren

Nicht nur Menschen lassen ihren Frust an Schwächeren aus. Norwegische Biologen haben herausgefunden, dass auch Forellen Dampf ablassen, indem sie untergeordnete Artgenossen schikanieren. Möglicherweise handelt es sich dabei um eine evolutionär erfolgreiche Strategie.

Die Forscher um Øyvind Øverli von der Universität Oslo untersuchten Regenbogenforellen (Oncorhynchus mykiss). "Regenbogenforellen sind sehr territoriale Tiere", so Øverli. "Wenn ein dominanter Fisch einen untergeordneten drangsaliert, lässt der Stress bei dem dominanten Tier rasch nach, bleibt bei dem untergeordneten jedoch auf hohem Niveau." Ihre Resultate präsentieren die Forscher auf dem Jahrestreffen der Society for Experimental Biology in Edinburgh.

Øverli und Kollegen setzten Regenbogenforellen zunächst mit einem kleineren Artgenossen zusammen, den sie schikanieren konnten. Dann wurden einige Tiere vorübergehend in ein Einzelbecken gesetzt, andere kamen wiederum in ein Becken mit einem größeren Artgenossen, so dass sie nun selbst drangsaliert wurden. Wurden die Forellen wieder zu kleineren Artgenossen gesetzt, verhielten sich die schikanierten Fische deutlich aggressiver.

Hatten die Forellen eine soziale Niederlage einstecken müssen, sich jedoch nicht an einem kleineren Artgenossen abreagieren können, zeigten sie stärkere Anzeichen für Stress, berichten die Forscher. Gehirn und Blut der Tiere enthielten größere Mengen des Neurotransmitters Serotonin bzw. des Stresshormons Cortisol. Ganz ähnliche Reaktionen finde man bei Primaten, so Øverli und Kollegen.


Forschung: Øyvind Øverli, Division of General Physiology, Department of Biology, University of Oslo; und andere

Präsentation auf dem SEB Annual Meeting, Edinburgh; Veröffentlichung in Hormones and Behavior

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Stress

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