29.4.2004, 10:06 Uhr
Im Sommer Geborene bekommen weniger Kinder

Auch in der modernen Welt haben die Jahreszeiten Einfluss auf die menschliche Fortpflanzung. Entsprechende Resultate präsentieren österreichische Wissenschaftler im Fachblatt "Human Reproduction". In den Sommermonaten geborene Frauen bekommen deutlich weniger Kinder als in den übrigen Monaten geborene.

Ursache könnten im Jahreslauf wechselnde Faktoren wie Umgebungslicht, Temperatur, Infektionen oder Ernährung sein, erläutert Susanne Huber von der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Universität Wien. Diese Faktoren könnten sich auf die frühkindliche Entwicklung und damit möglicherweise auf spätere Lebensphasen auswirken. Auch ein genetischer Einfluss sei denkbar.

Huber und ihre Kollegen werteten Daten von 3.227 Österreicherinnen aus, die nach dem Zweiten Weltkrieg geboren worden waren und zum Zeitpunkt der Befragung das 45. Lebensjahr vollendet hatten. Die Forscher fanden, dass die Kinderzahl mit dem Geburtsmonat um über 13 Prozent schwankte: So hatten im Juli und Juni geborene Frauen im Schnitt 2,1 Kinder, im Dezember geborene dagegen 2,4 Kinder. Die Wahrscheinlichkeit für Kinderlosigkeit schien dagegen nicht vom Geburtsmonat abzuhängen.

Ähnliche Resultate hätten Studien über vormoderne und historische Frauenpopulationen in Kanada und den Niederlanden ergeben, so Huber. "Dies zeigt, dass sich der Geburtsmonat - trotz des potenziellen Einflusses moderner Lebensbedingungen und der Nutzung von Verhütungsmitteln - bei prämodernen und heutigen Frauen zumindest ähnlich auswirkt." Männer schienen etwas anders auf die Jahreszeiten zu reagieren: Einer früheren Studie zufolge sie die Nachkommenzahl bei im Frühling geborenen besonders hoch und nehme zum Herbst hin ab.


Forschung: Susanne Huber, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Veterinärmedizinische Universität Wien, und Institut für Zoologie, Universität Wien; und andere

Veröffentlicht in Human Reproduction, Vol. 19(5), pp 1081-2, DOI 10.1093/humrep/deh247

WWW:
The Lifetime Legacy of Very Early Life
Veterinärmedizinische Universität Wien

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