9.7.2004, 11:29 Uhr
Der Mensch formt die Erde
Was die physische Gestalt der Erde betrifft, ist der Mensch mittlerweile die stärkste formende Kraft. Das hat ein amerikanischer Geowissenschaftler ermittelt. Durch menschliche Aktivitäten wird demnach mehr Erdreich und Gestein bewegt als durch natürliche Kräfte wie Flüsse, Wind oder die Ozeane.
Roger LeBaron Hooke von der University of Maine, Orono, schätzt die jährlich von Menschen bewegte Masse auf 45 Gigatonnen (Milliarden Tonnen). Die Sedimentfracht von mäandrierenden Flüssen etwa beziffert er dagegen auf rund 39 Gigatonnen. Und selbst von dieser enormen Masse gehe ein Teil letztlich auf menschliche Aktivitäten zurück, beispielsweise auf Boden, der von landwirtschaftlichen Flächen oder Baustellen in die Flüsse gespült worden sei.
Bergbau in Montana. Foto: NASA Johnson Space Center - Earth Sciences and Image Analysis (NASA-JSC-ES&IA)
In den letzten 5.000 Jahren - von Stonehenge und den großen ägyptischen Pyramiden bis heute - haben Menschen laut Hooke genügend Boden und Fels bewegt, um damit eine fast 4.000 Meter hohe, 100 Kilometer lange und 40 Kilometer breite Gebirgskette zu errichten. Dank technischer Hilfsmittel werde sich das Volumen dieses Gebirges in den nächsten 100 Jahren verdoppeln.
"Man könnte fragen, wie lange ein derartiger Zuwachs tragfähig ist und ob er durch Vernunft oder eine Katastrophe zum Stillstand kommen wird", gibt der Forscher zu bedenken. Die Folgen des menschlichen Eifers seien offensichtlich. So verlandeten Flüsse, stete Erosion und plötzliche Hangrutsche zerstörten ganze Täler, ehemals fruchtbare Landstriche würden zu Wüsten und saures Wasser aus Bergwerken vergifte Gewässer.
Forschung: Roger LeBaron Hooke, Department of Earth Sciences und Climate Change Institute, University of Maine, Orono
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Soil Erosion
UN Convention to Combat Desertification
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