10.2.2004, 17:40 Uhr
Neuer Indikator für Hautkrebs-Ausbreitung
Die Lymphgefäße liefern Hinweise darauf, ob bestimmte Hauttumoren auch andere Organe befallen werden. Entsprechende Resultate hat eine Pilotstudie britischer Wissenschaftler erbracht. Wies die Haut in der Umgebung eines bösartigen Melanoms ein extrem dichtes Netz von Lymphgefäßen auf, hatte der Tumor später Metastasen gebildet.
"Wir müssen nun eine größere Studie mit vielen Hundert Patienten angehen", betont David Bates von der University of Bristol. Sollten die Ergebnisse bestätigt werden, könnte das Risiko der Metastasen-Bildung schon in einem frühen Stadium vorhergesagt werden. Damit könne man jene Patienten identifizieren, bei denen häufige Kontrollen nötig seien.
In Deutschland sterben jährlich etwa 2.000 Menschen am malignen Melanom, von den Pigmentzellen der Haut ausgehendem Krebs. Zwar werden die Hautgeschwüre bei Erkennung umgehend entfernt. Gerade bei fortgeschrittenen Melanomen kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sie bereits in andere Organe gestreut haben. Als Hauptindikatoren dienen bislang Wuchsform, Größe und Dicke des Geschwürs.
Bei Tieren war ein Zusammenhang zwischen der Metastasierung und dem Wachstum der Haut-Lymphgefäße beobachtet worden. Bates und seine Kollegen untersuchten nun 21 Gewebeproben von Patienten mit malignen Melanomen. Tatsächlich stellten sie in der Umgebung der Tumoren eine erhöhte Dichte von Lymphgefäßen fest. Waren binnen acht Jahren nach Entfernung des Tumors Metastasen aufgetreten, betrug die Dichte das Fünffache des Normalwerts. Bei den übrigen Patienten war sie dagegen nur auf das Doppelte erhöht, berichten die Forscher im "British Journal of Cancer".
Forschung: Jacqui D. Shields und David O. Bates, Microvascular Research Laboratories, Department of Physiology, University of Bristol; und andere
Veröffentlicht in British Journal of Cancer, Vol. 90(3), pp 693-700, DOI 10.1038/sj.bjc.6601571
WWW:
Microvascular Research Lab, Bristol
Melanom
Verein zur Bekämpfung des Hautkrebses
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