16.2.2004, 11:55 Uhr
Kaffee macht Männer unruhig
Wer Kaffee zur Stressbewältigung trinkt, tut sich keinen Gefallen. Gerade bei Männern kann Koffein sogar für zusätzliche Anspannung sorgen, haben britische Psychologen entdeckt. Dabei scheinen auch die Erwartungen an das Gebräu eine Rolle zu spielen - unabhängig von dessen tatsächlichem Koffeingehalt.
In rein männlichen Arbeitsgruppen kann Kaffeetrinken dagegen für Entspannung sorgen, fanden Lindsay St. Claire und Peter Rogers von der University of Bristol. Damit sinkt aber die Effizienz der Teams. "Unsere Versuchsergebnisse lassen vermuten, dass die üblichen Tee- oder Kaffeepausen im Geschäftsalltag einen negativen Effekt haben, ganz besonders auf Männer", erläutert St. Claire. "Anstatt Stress abzubauen, können sie alles nur noch schlimmer machen."
Die Psychologen servierten 96 Versuchsteilnehmern Kaffee. Einer Gruppe sagten sie, das Koffein erhöhe die Leistungsfähigkeit, einer anderen dagegen, das Koffein verursache Stresssymptome. Die dritte Gruppe schließlich erhielt vorgeblich entkoffeinierten Kaffee. Tatsächlich hatte in jeder Gruppe jeweils die Hälfte der Teilnehmer Kaffee mit 200 Milligramm Koffein bzw. entkoffeinierten Kaffee bekommen. Bei den nachfolgenden Tests zeigten sich verblüffende Unterschiede.
Vor allem Männer wiesen einen beschleunigten Puls auf und fühlten sich angespannter, wenn sie glaubten, koffeinhaltigen Kaffee getrunken zu haben. Und hatten sie tatsächlich Koffein konsumiert, zeigten sie weniger Selbstvertrauen und stärkere Anzeichen für Stress - bei einem Vortrag vor Publikum etwa stärkere körperliche und stimmliche Anspannung. Auf Frauen schien Koffeinkonsum dagegen sogar beruhigend zu wirken.
Forschung: Lindsay St. Claire und Peter Rogers, Department of Experimental Psychology, University of Bristol
WWW:
Lindsay St. Claire
Wie wirkt Kaffe?
| [Zurück] | |

