21.1.2004, 13:01 Uhr
Rauchen: Weniger hilft wenig
Wer seinen Zigarettenkonsum halbiert, halbiert nicht automatisch die Aufnahme Krebs erregender Substanzen. Das haben amerikanische Forscher bei Teilnehmern eines Entwöhnungsprogramms ermittelt. Ursache ist vermutlich, dass die Raucher die geringere Zahl von Zigaretten durch intensiveres Rauchen ausglichen.
"Die Resultate zeigen, dass einige Raucher von einem reduzierten Zigarettenkonsum profitieren können, dass der Nutzen zumeist aber mäßig ist", so die Forscher um Dorothy Hatsukami von der University of Minnesota in Minneapolis. Zum Teil seien die Effekte auch nur vorläufiger Natur gewesen. Ihre Resultate präsentieren die Mediziner und Pharmakologen im "Journal of the National Cancer Institute".
Rauchen gilt unter anderem als Ursache für 90 Prozent aller Fälle von Lungenkrebs. Bislang war jedoch unklar, wie sich das Senken des Rauchpensums auf die Aufnahme Krebs auslösender Substanzen auswirkt. Die Forscher untersuchten diese Frage am Beispiel des Karzinogens 4-(Methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanon, kurz NNK. In regelmäßigen Abständen ermittelten sie die Konzentration zweier NNK-Abbauprodukte im Urin von 151 Rauchern, die ihren Zigarettenkonsum über mehrere Wochen schrittweise reduzierten.
Tatsächlich sanken mit dem täglichen Zigarettenpensum auch die Spiegel der Abbauprodukte. Die Abnahme war jedoch unverhältnismäßig gering. Selbst bei jenen Teilnehmern, die ihren Zigarettenkonsum binnen zwölf Wochen um 90 Prozent reduzierten, gingen die Konzentrationen um durchschnittlich 46 Prozent und bestenfalls um 60 Prozent zurück. Offenbar inhalierten die Raucher nun sehr viel stärker, glauben Hatsukami und ihre Kollegen.
Forschung: Stephen S. Hecht, Dorothy J. Hatsukami, und andere, Transdisciplinary Tobacco Use Research Center und College of Pharmacy, University of Minnesota, Minneapolis
Veröffentlicht in Journal of the National Cancer Institute, Vol. 96(2), 21. Januar 2004, pp 107-15
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