16.1.2004, 11:48 Uhr
Schöner fahren auf Reis

Eine ungewöhnliche Anwendungsmöglichkeit für Reis haben japanische Ingenieure gefunden. Reiskleie lässt sich demnach zu einem besonders abriebfesten Straßenbelag verarbeiten. Zudem ist das Fahren darauf deutlich geräuschärmer als auf herkömmlichen Belägen, berichtet das Magazin "Chemistry & Industry" zu Beginn des Internationalen Jahrs des Reis.

Reiskleie fällt beim Mahlen oder Polieren von Naturreis an und besteht aus Samenschale und Keimling. Wie auch die Kleie anderer Getreide ist sie reich an Mineralien und Vitaminen und damit aus ernährungswissenschaftlicher Sicht besonders wertvoll. Doch auch Straßenbauer können Vorteile aus dem Material ziehen, glauben die Forscher der Firma Minebea in Nagano.

Der von ihnen entwickelte Kleie-Straßenbelag weise neben seiner mechanischen Stabilität eine gute Lärmabsorption auf und sei kaum anfällig für extreme Temperaturschwankungen, so das Magazin. Zudem fließe der Regen von dem Belag schneller als von herkömmlichen Asphalt ab. Das Fahren werde damit nicht nur ruhiger, sondern auch sicherer.

Als "Abfallprodukt" der Reisverarbeitung werde Reiskleie normalerweise an Vieh verfüttert oder schlicht in Deponien entsorgt, schreibt das Magazin. In dicht besiedelten Regionen und vor allem in der Nähe von Wohngebieten könne sie sich künftig neuer Popularität erfreuen.


Forschung: -

Veröffentlicht in Chemistry & Industry, No. 2/2004

WWW:
UN Food and Agriculture Organization
- International Year of Rice 2004
Minebea Co.

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