15.1.2004, 19:51 Uhr
Hartes Wasser gegen Herzinfarkt
Trinkwasser mit einem hohen Mineraliengehalt ist ein Ärgernis für Teeliebhaber, für das Herz scheint es jedoch eine echte Wohltat sein. Entsprechende Resultate präsentieren finnische Geowissenschaftler und Mediziner im "Journal of Epidemiology and Community Health". Je zusätzlichem Härtegrad des Wassers sinkt das Herzinfarktrisiko demnach um etwa ein Prozent.
Im Osten Finnlands liege das Risiko für eine Erkrankung der Herzkranzgefäße und damit für einen Herzinfarkt etwa 40 Prozent höher als im Süden und Westen, schreiben Anne Kousa vom Finnischen Geologischen Dienst in Kuoio und ihre Kollegen. "Durch den individuellen Lebensstil oder genetische Faktoren kann diese Variation nicht erklärt werden", so die Forscher, "Umweltfaktoren müssen ebenfalls zur Entwicklung der Krankheit beitragen."
Die Forscher gingen nun früheren Vermutungen nach, dass auch der Mineraliengehalt des Trinkwassers eine Rolle spielt. Dazu analysierten sie Daten über fast 19.000 erwachsene Finnen, die zwischen 1983 und 1993 erstmals einen Herzinfarkt erlitten hatten, und über knapp 12.500 Grundwasserproben. Tatsächlich fanden Kousa und Kollegen einen klaren Einfluss der Gesamthärte, einem Maß für den Gehalt des Wassers an Calcium- und Magnesiumionen, auf das Herzinfarktrisiko. Einzelne Elemente hatten dagegen keinen eindeutigen Effekt.
"Grundwasser spiegelt den Gehalt von Spurenelementen in Boden und im Muttergestein wieder, lediglich ein kleiner Teil der Bevölkerung nutzt jedoch vor Ort produzierte Nahrung, Getreide und Gemüse", räumen die Forscher ein. In jedem Fall sollten weitere Studien zum Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit neben dem Nährstoffgehalt der Nahrung auch die genaue Zusammensetzung des Trinkwassers berücksichtigen.
Forschung: Anne Kousa, Geological Survey of Finland, Kuoio; und andere
Veröffentlicht in Journal of Epidemiology and Community Health, Vol. 58, pp 136-9
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