2.12.2003, 15:38 Uhr
Globale Erwärmung bedroht Wintersportgebiete
Viele Wintersportorte könnten als Folge der globalen Erwärmung in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten geraten. Zu diesem Schluss kommen Schweizer Geographen in einer Studie, die sie jetzt auf einem Fachkongress in Turin vorstellten. Demnach wird der Schnee künftig vor allem in niederen Lagen spärlicher und weniger verlässlich fallen. Entsprechend werde die Anziehungskraft dieser Gebiete auf Touristen und Wintersportler sinken, gleichzeitig jedoch der Druck auf empfindliche Hochgebirgsregionen steigen.
Gegenwärtig gälten etwa 85 Prozent aller Schweizer Skigebiete als schneesicher, so die Forscher um Rolf Bürki an den Universitäten St. Gallen und Zürich. Zukünftig könnte dieser Anteil auf 44 Prozent sinken. "Die Folgen des Klimawandels auf den Wintertourismus könnten in Ländern wie Deutschland oder Österreich sogar noch ausgeprägter sein, da ihre Skigebiete in geringeren Höhen liegen." Als Beispiel für einen besonders gefährdeten Wintersportort nannten sie das in lediglich 760 Metern Höhe gelegene Kitzbühel.
Für ihre Studie gingen die Forscher von den Schätzungen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) aus. Demnach könnte die globale Durchschnittstemperatur im Jahr 2100 um 1,4 bis 5,8 Grad Celsius über der des Jahres 1990 liegen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Die Resultate ihrer Arbeit präsentierten sie auf der V. Weltkonferenz zu Sport und Umwelt in Turin, dem Austragungsort der olympischen Winterspiele 2006.
Nordamerikanischen und australischen Skigebieten könne ebenfalls ihre natürliche Grundlage ausgehen, so Bürki und Kollegen. Sorge bereiten ihnen die möglichen Konsequenzen für die empfindliche Umwelt der Gebirge. Wenn der Schnee in tieferen Lagen ausbleibe, sei die Produktion von Kunstschnee angesichts der gestiegenen Temperaturen sehr teuer, wenn nicht unmöglich. Letztlich werde sich der Tourismus mit seiner Infrastruktur daher in größere Höhen verlagern und dort auf die naturgemäß kleinere Fläche konzentrieren.
Forschung: Rolf Bürki, Bruno Abegg und Hans Elsasser, Forschungsstelle für Wirtschaftsgeographie und Raumordnungspolitik, Universität St. Gallen, und Geografisches Institut der Universität Zürich
Präsentation auf der IOC V. World Conference onSport and the Environment, Turin
WWW:
Klimawandel im Alpenraum
Beispiel Salzburg
Intergovernmental Panel on Climate Change
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