29.2.2004, 20:15 Uhr
Was Eierschalen über Explosionen verraten
Explodierende Eierschalen liefern Hinweise auf die grundsätzlichen Ursachen und Abläufe von Explosionen. Das haben deutsche und ungarische Forscher experimentell nachgewiesen. Sie entwickelten ein mathematisches Modell, das bei der Aufklärung von Unfällen helfen kann.
Die Wissenschaftler um Ferenc Kun von der ungarischen Universität von Debrecen brachten ausgeblasene Hühnereier mit unterschiedlichen Gasgemisch-Füllungen zur Explosion. Mit steigendem Druck fielen mehr kleinere Bruchstücke an. Wurden die Eier dagegen an die Wand geschleudert, zerbrach die Schale in wenige, deutlich größere Teile. Die Größe der Bruchstücke lasse deshalb Rückschlüsse auf die Ursachen der Zerstörung zu, schreiben die Forscher in einer Online-Veröffentlichung von "arXiv".
Grundsätzlich spiele es keine Rolle, ob Eier, Gastanks oder Flugzeuge bersten. Je mehr Bruchstücke in der Berechnung berücksichtigt werden, um so genauer lassen sich die Umstände der Explosion bestimmen. Der am Projekt beteiligte Forscher Hans Herrmann von der Universität Stuttgart sagte der Online-Ausgabe von "Nature", das Modell könne möglicherweise sogar helfen, die Größe fehlender Teile von archäologischen Funden zu rekonstruieren.
Forschung: Falk Wittel, Hans J. Herrmann, Bernt H. Kröplin; Universität Stuttgart; Ferenc Kun, University of Debrecen; in arXiv.org
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