8.3.2004, 14:01 Uhr
Röntgenstrahlung vom Saturn

Auch der Planet Saturn leuchtet im Röntgenlicht. Entsprechende Beobachtungen präsentiert eine deutsch-amerikanisches Astronomengruppe im Fachblatt "Astronomy & Astrophysics". Überraschenderweise stammt die Röntgenstrahlung jedoch nicht aus den Polregionen des Ringplaneten, sondern überwiegend aus den äquatornahen Gebieten.

Jan-Uwe Ness von der Sternwarte der Universität Hamburg und seine Kollegen nutzten das Röntgenteleskop Chandra, um Saturn rund 20 Stunden lang zu beobachten. Ihrer Analyse zufolge scheint die Röntgenstrahlung von der Sonne zu stammen und in der Atmosphäre des Planeten gestreut zu werden. Sollte diese Annahme zutreffen, müssten die Streuprozesse allerdings sehr viel effizienter sein als bislang angenommen.

Bild: Ness et al./A&A

Bild: Ness et al./A&A

Auch Saturns Vetter, der Gasriese Jupiter, sendet Röntgenstrahlung aus. In diesem Fall stammt die Strahlung hauptsächlich aus den Polregionen und entsteht, wenn Teilchen des Sonnenwindes durch das planetare Magnetfeld abgelenkt werden und in hohen Breiten auf die Atmosphäre treffen. Ein solches Röntgen-Polarlicht hatten Ness und Kollegen auch beim Saturn erwartet, zumal bereits bekannt war, dass die Polregionen des Planeten ultraviolette Strahlung aussenden.

Zumindest vom Südpol konnten die Astronomen jedoch keine Röntgenstrahlung nachweisen. Die nördlichen Regionen waren zur Zeit der Beobachtung durch die Ringe verdeckt. Weitere Beobachtungen sollen nun zeigen, wie der Saturn zu seinem Röntgenglimmen kommt.


Forschung: Jan-Uwe Ness und Jürgen H.M.M. Schmitt, Hamburger Sternwarte, Universität Hamburg; und andere

Veröffentlichung Astronomy & Astrophysics, DOI 10.1051/0004-6361:20035736

WWW:
Hamburger Sternwarte
Saturn
Jupiter Hot Spot Makes Trouble for Theory
Chandra

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