1.3.2004, 17:12 Uhr
Sahara-Grundwasser bis zu eine Million Jahre alt

Die Sahara ruht auf einem uralten Schatz, hat eine internationale Forschergruppe ermittelt. Das Grundwasser in den tiefen Gesteinsschichten Nordafrikas geht demnach auf Regen zurück, der vor bis zu einer Million Jahren in den Hochländern inmitten der Sahara gefallen ist. Seitdem hat es sich pro Jahr etwa einen Meter durch den Untergrund gen Norden gearbeitet - vergleichbar der Wachstumsgeschwindigkeit von Grashalmen.

Schätzungen zufolge führen die Gesteinsschichten unter der Sahara etwa 50.000 Kubikkilometer fossiles Grundwasser - vergleichbar jener Wassermenge, die in 500 Jahren den Nil hinabfließt. Dieser unterirdische Vorrat wird seit etwa 60 Jahren vor allem in Libyen und Ägypten im großen Stil für Bewässerungsprojekte genutzt. Seinen Ursprung hat er in feuchten atlantischen Luftmassen, glauben die Forscher um Neil Sturchio von der University of Illinois in Chicago.

Ihre Altersbestimmung stützt sich auf Krypton-81. Das Edelgas-Isotop entsteht durch Höhenstrahlung in der Atmosphäre und zerfällt mit einer Halbwertszeit von 229.000 Jahren. Allerdings kommt es in der Luft und erst recht im Grundwasser nur in derart geringen Konzentrationen vor, dass die Forscher einigen Messaufwand treiben mussten. Zunächst extrahierten sie gelöste Gase aus Grundwasser, das in ägyptischen Oasen aus bis zu 1.200 Metern Tiefe gefördert wird. Die Proben schafften sie dann zu einer Vorbehandlung nach Bern und schließlich zum Argonne National Laboratory nahe Chicago, wo sie mit einer neuen Laser-Technik die wenigen vorhandenen Krypton-81-Atome zählten.

Der Vergleich mit heutiger Luft zeigte, dass in den Grundwasser-Proben 47 bis 95 Prozent des Isotops zerfallen sind - entsprechend einem Alter von 200.000 bis einer Million Jahren. Aus der Konzentration weiterer Isotope leiten Sturchio und seine Kollegen ab, dass das Wasser mit atlantischen Westwinden quer über Nordafrika getragen wurde, bis es in der gebirgigen Region zwischen Libyen, Ägypten, Sudan und Tschad als Regen niederging.


Forschung: Neil C. Sturchio, Department of Earth and Environmental Sciences, University of Illinois, Chicago; Roland Purtschert, Klima- und Umweltphysik, Institut für Physik, Universität Bern; und andere

Veröffentlichung in Geophysical Research Letters, März 2004

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Nubian Sandstone Aquifer System
Die große Verwüstung

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