19.2.2004, 20:51 Uhr
Leben: Helfende Hand aus dem All?
Meteoriten könnten dem Ausgangsmaterial für das irdische Leben einen "Schubs" in die richtige Richtung gegeben haben. Zu diesem Schluss kommen zwei amerikanische Forscher im Magazin "Science". Ihren Experimenten zufolge könnte sich die Händigkeit von organischen Molekülen aus dem All auf die irdische Chemie übertragen haben.
Kohlenhydrate sind eine der Hauptklassen biologischer Moleküle. Fast alle Vertreter, beispielsweise der Traubenzucker Glukose, kommen in zwei Formen vor, die sich zueinander wie linke und rechte Hand verhalten. Organismen nutzen fast ausschließlich nur eine dieser Formen.
Sandra Pizzarello von der Arizona State University in Tempe und Arthur Weber vom NASA Ames Research Center im kalifornischen Moffet Field testeten nun die Vermutung, Meteoriteneinschläge auf der jungen Erde könnten zu dieser "Einhändigkeit" beigetragen haben.
Einige Meteoriten enthalten relativ große Mengen von Aminosäuren, darunter das Isovalin. Auch hier gibt es links- und rechtshändige Formen. Die Forscher setzten nun Isovalin als Katalysator für die Bildung einfacher Zucker ein.
Derartige Reaktionen - in diesem Fall etwa die Verknüpfung zweier Glykolaldehyd-Moleküle zu einem Molekül Threose bzw. Erythrose - könnten theoretisch auch auf der jungen Erde abgelaufen sein. Und tatsächlich neigten die Reaktionsprodukte umso stärker zu einer Form, je stärker die Händigkeit des Isovalins zu einer Form verschoben war.
"Eine fundamentale Schwierigkeit besteht darin, herauszufinden, wie der Übergang von Durcheinander und Zufälligkeit zu Funktionalität und Spezifität erfolgte", so Pizzarello. Die neuen Resultate bedeuteten nicht, dass das Leben nicht auf der Erde entstanden sei, betont die Chemikerin. Sie zeigten lediglich, dass Meteoriten zur Entwicklung eines einheitlichen Baumaterial-Typs beigetragen haben könnten.
Forschung: Sandra Pizzarello, Department of Chemistry and Biochemistry, Arizona State University, Tempe, und Arthur L. Weber, SETI Institute, NASA Ames Research Center, Moffet Field, Kalifornien, in "Science", Vol. 303, 20. Februar 2004, p 1151
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