20.2.2004, 20:04 Uhr
Westafrika: Massive Impfkampagne gegen Kinderlähmung
Westafrika holt aus zum endgültigen Schlag gegen die Kinderlähmung: Ab dem 23. Februar sollen binnen weniger Tage 63 Millionen Kinder in zehn Staaten gegen Poliomyelitis geimpft werden. Mit der Kampagne soll die erneute Ausbreitung des Virus in Länder gestoppt werden, in denen es bereits als ausgerottet galt.
Erst vor wenigen Monaten hatten die Weltgesundheitsorganisation WHO und ihre Partnerorganisationen einen Strategiewechsel im Kampf gegen die Kinderlähmung verkündet. Die Ressourcen zur Ausrottung der Krankheit sollen künftig auf die wenigen afrikanischen und asiatischen Länder konzentriert werden, in denen das Poliovirus immer noch zirkuliert. Die meisten Erkrankungsfälle treten zurzeit noch in Indien, Pakistan und Nigeria auf.
Wie nötig die Beseitigung der "letzten Virusnester" ist, hatten neue Erkrankungsfälle in West- und Zentralafrika gezeigt, zuletzt in der Zentralafrikanischen Republik. Daraufhin hatten die Gesundheitsminister der betroffenen Staaten gemeinsam erklärt, die Übertragung des Virus bis Ende 2004 stoppen zu wollen. Ab Montag werden nun mehrere zehntausend Impfhelfer auch in abgelegene Gebiete ausschwärmen. Ziel ist es, binnen drei Tagen jedem Kind den Impfstoff zu verabreichen.
"Afrika steht kurz vor einem wohl verdienten Triumph im Gesundheitswesen", so Ebrahim Samba, WHO-Regionaldirektor für Afrika. "Nun droht die Krankheit allerdings zurückzukehren und dem gesamten Kontinent damit eine Re-Infektion, wenn diese Kampagnen nicht die weitere Ausbreitung des Virus unterbinden. Afrika hat bewiesen, dass es Polio stoppen kann - nun ist es an der Zeit, den Job zu Ende zu bringen."
Forschung: -
WWW:
Poliomyelitis-Portal der WHO
Global Polio Eradication Initiative
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