18.2.2004, 11:43 Uhr
Regelmäßig zickig: Hormone machen Frauen kritischer
An ihren fruchtbaren Tagen zeigen Frauen besonders geringe Wertschätzung für Geschlechtsgenossinnen. Das berichten kanadische Psychologinnen im Fachblatt "Biology Letters". Ihrer Ansicht nach spricht der Befund für eine innergeschlechtliche Konkurrenz um Männer. Auf die Bewertung potenzieller Partner scheint der Zyklus dagegen keinen Einfluss zu haben.
"Betrachtet man genetisch hochwertige Männchen als Ressource, sagt die Evolutionstheorie das Auftreten von Konkurrenz unter Weibchen voraus", so Maryanne Fisher von der York University in Toronto. Eine mögliche Strategie in dieser innergeschlechtlichen Konkurrenz sei das Schlechtmachen von Rivalinnen.
Fisher und ihre Kolleginnen erstellten Fotografien von 35 weiblichen und 30 männlichen Gesichtern. Deren Attraktivität ließen sie von 57 Frauen und 47 Männern, allesamt Studierende im ersten Jahr an der Universität, auf einer 7-Punkte-Skala bewerten. Die weiblichen Teilnehmerinnen gaben zudem Auskunft über ihren Zyklus und die Anwendung von Verhütungsmitteln.
Frauen in der fruchtbaren Zyklusphase schrieben weiblichen Gesichtern eine geringere Attraktivität zu als Frauen an den übrigen Tagen des Zyklus. Die Attraktivität männlicher Gesichter stuften sie dagegen ähnlich ein - und zwar stets deutlich geringer als die Attraktivität weiblicher Gesichter. Selbst die Männer gaben männlichen Gesichtern höhere Punktzahlen als Frauen. "Es wäre interessant zu erfahren, was Frauen in ganz normalen Situationen über einander sagen und wie sich dies mit dem Zyklus ändert", so Fisher. Frauen redeten sehr gerne über solche Dinge, so dass an Freiwilligen kein Mangel herrschen sollte.
Forschung: Maryanne Fisher, Department of Psychology, York University, Toronto; und andere
Online-Veröffentlichung Royal Society Biology Letters
WWW:
Homepage Maryanne Fisher
Intersexual Selection and Mate Selection Criteria
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