4.2.2004, 12:39 Uhr
Straßenverkehr: Mitschwimmen spart Milliarden
Auch ohne Maut sind die Straßen mit Geld gepflastert, haben Hohenheimer Wirtschaftswissenschaftler berechnet. Ihren Analysen zufolge könnten die deutschen Autofahrer allein durch eine geänderte Fahrweise jährlich rund 10 Milliarden Liter Kraftstoff sparen - entsprechend 10 Milliarden Euro mehr für den Geldbeutel und 24 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger für die Atmosphäre.
Die eingesparte Kohlendioxid-Menge entspreche dem Jahresausstoß von rund 4 Millionen Ölheizungen in Dreipersonenhaushalten, so die Ökonomen um Werner Schulz von der Universität Hohenheim. Für ihre Untersuchung nahmen sie das Mobilitätsverhalten deutscher PKW- und LKW-Fahrer unter die Lupe und berechneten das Einsparpotenzial einer ökoeffizienten Fahrweise. Allein die PKW-Fahrer könnten demnach 8 Milliarden Liter Kraftstoff sparen. Bei derzeit 44,7 Millionen PKW in Deutschland entspricht dies fast 200 Euro pro Wagen und Jahr.
Besonders effektiv sei niedertouriges und vorausschauendes Fahren, raten die Wissenschaftler. Diese Fahrweise komme ohne häufiges Abbremsen und Gasgeben aus und erlaubt ein "Mitschwimmen" im Verkehr. Auch schlucke der Motor bei frühzeitigem Hochschalten vom dritten in den vierten Gang auf 100 Kilometer rund 3,5 Liter Sprit weniger.
Die meisten Autofahrer wüssten inzwischen, dass man das "Warmlaufenlassen" des Motors im Leerlauf vermeiden solle, so Schulz und seine Kollegen. Dass die Skibox 1,5 Liter pro 100 Kilometer ausmache und Fahrräder auf dem Autodach sogar 2 bis 4 Liter, sei vielen jedoch nicht klar.
Forschung: Bettina Klotz, Christoph Nun und Werner F. Schulz, Fachgebiet Umweltmanagement, Institut für Betriebswirtschaftslehre, Universität Hohenheim
WWW:
Lehrstuhl für Umweltmanagement, Uni Hohenheim
Deutscher Verkehrsrat
Sparsame Fahrweise
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