28.1.2004, 20:17 Uhr
Bienen: Auf der Duftstraße der Erinnerungen
Düfte lösen beim Menschen oft Erinnerungen oder Emotionen aus. Ganz ähnlich geht es Honigbienen, haben australische Biologen herausgefunden. Die Wahrnehmung eines bestimmten Geruchs reicht aus, um die Insekten zu der zugehörigen Futterquelle ausschwärmen zu lassen.
Durch Gerüche ausgelöste Erinnerungen seien neben der Tanzsprache ein weiteres Mittel zur Optimierung der Sammeltätigkeit, schreiben Judith Reinhard und ihre Kollegen von der Australian National University, Canberra, im Magazin "Nature".
Die Biologen machten ein Bienenvolk mit zwei Futterquellen vertraut, denen sie mit Zitronen-, Mandel- oder Rosenaroma einen ganz eigenen Geruch verliehen hatten. Dann bliesen sie einen der Düfte mit einem kleinen Ventilator in den Bienenstock und beobachteten, an welcher Futterstelle daraufhin Sammlerinnen auftauchten. Obwohl die Futterquellen selbst nun nicht mehr dufteten, erschienen bis zu 93 Prozent der Bienen dort, wo sie zuvor den Geruch wahrgenommen hatten.
Normalerweise würden solche Erinnerungen ausgelöst, wenn eine Sammlerin Nektarproben im Stock verteile, vermuten die Forscher. Geruch und Geschmack des Nektars könnten anderen erfahrenen Sammlerinnen "Faktoren wie Entfernung und Richtung der Nahrungsquelle, Besonderheiten entlang der Flugroute sowie Farbe und Form der Blüten ins Gedächtnis rufen, den Flug dorthin beschleunigen und so die Sammeleffizienz der Kolonie erhöhen."
Forschung: Judith Reinhard, Mandyam V. Srinivasan und Shaowu Zhang, Visual Science, Research School of Biological Sciences, Australien National University, Canberra
Veröffentlicht in Nature, Vol. 427, 29. Januar 2004, p 411
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Homepage der Arbeitsgruppe
The World Through the Eyes of a Honey Bee
Biologie der Honigbiene
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