4.2.2004, 20:37 Uhr
Anstrich veratmet Luftschadstoffe

Bessere Luft in Straßenschluchten verspricht ein Anstrich, den britische Chemiker entwickelt haben. Das Material nimmt schädliche Stickoxide auf und wandelt sie in wasserlösliches Nitrat um, berichtet das Magazin "New Scientist" in seiner neuen Ausgabe.

Ersonnen wurde der Anstrich mit Namen "Ecopaint" von der Firma Millennium Chemicals mit Sitz im britischen Grimsby. Er basiert auf Polysiloxan, einem Silizium-Polymer, in das 30 Nanometer große Partikel aus Titandioxid und Calciumcarbonat eingebettet sind. Erstere wirken als Katalysator und nutzen den ultravioletten Teil des Sonnenlichts, um gasförmige Stickoxide zu Salpetersäure zu oxidieren. Diese wird wiederum durch das basische Calciumcarbonat neutralisiert und mit dem nächsten Regenguss aus dem Anstrich ausgewaschen.

Das Material enthalte genügend Calciumcarbonat, um selbst in Gebieten mit starker Luftverschmutzung mindestens fünf Jahre lang zu arbeiten, berichtet das Magazin. Sei das Neutralisationsmittel erschöpft, produziere das Titandioxid weiterhin Salpetersäure, die dann zum Beispiel ein beigefügtes Pigment zersetzen könnte.

Hauptquelle für Stickoxide (NOx) ist der Straßenverkehr. Die Verbindungen können Atemprobleme verursachen und Pflanzen schädigen, sind aber auch Vorläufer für saure Niederschläge und Sommersmog. Die Entwicklung des Anstrichs erfolgte im Rahmen des von der Europäischen Kommission geförderten PICADA-Programms.

Frühere Versuche mit einer ähnlichen Beschichtung für Asphalt hätten bereits gut Ergebnisse erbracht. Der neue Anstrich für die Häuserfront erschließe jedoch eine sehr viel größere, katalytisch wirksame Fläche.


Forschung: Millennium Chemicals, Grimsby, UK
Stickoxide:
http://www.atmosphere.mpg.de/enid/20w.html
Millennium Chemicals:
http://www.millenniumchem.com/
PICADA:
http://www.picada-project.com/

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