4.2.2004, 23:35 Uhr
Mangrovenwälder schützen Jungfische
Die Abholzung von Mangrovenwäldern in der Karibik könnte langfristig die Bestände zahlreicher Tropenfische im Atlantik gefährden. Davor warnt ein internationales Forscherteam im Magazin "Nature". Die Wurzeln der Mangroven seien für den Fischnachwuchs als Schutz gegen Raubfische unverzichtbar.
Mangrovenpflanzen bilden in tropischen Küstensümpfen dichte Wälder. Ihre kräftigen Stelzwurzeln sichern nicht nur die Küste, sie bieten auch Jungfischen ein schützendes Gitter vor großen Räubern. Insgesamt seien durch Kahlschlag aber schon 35 Prozent der ursprünglichen Mangrovenwälder verloren gegangen, warnen Forscher aus Großbritannien, Mexiko, Kanada und den USA.
Erwachsene Blaustreifen-Grunzer; Foto: Peter J. Mumby
Die Biologen um Peter Mumby von der University of Exeter untersuchten die Fischbestände an den Küsten von Mexiko und Belize. Sie zählten rund 100.000 Fische und identifizierten 164 verschiedene Arten. In Gegenden, in denen die Mangroven noch Schutz bieten, sei die Biomasse einzelner Arten bis zu 25 mal höher als in vom Kahlschlag betroffenen Regionen, berichten die Forscher.
Durch die Rodungen geschädigt werde etwa der Regenbogen-Papageifisch (Scarus guacamaia), der ausgewachsen bis zu 1,20 Meter lang werde und auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehe. Sein Nachwuchs wandere jetzt schon in zu jungem Stadium in die Riffe und falle deshalb vermehrt Raubfischen zum Opfer.
Auf die Mangroven als Kinderstube zwingend angewiesen seien auch der Gestreifte Papageifisch (Scarus iserti), der Blaustreifen-Grunzer (Haemulon sciurus), der Gelbschwanz-Schnapper (Ocyurus chrysurus) sowie der Schulmeister (Lutjanus analis).
Tropische Mangrovenwälder; Foto: Peter J. Mumby
Forschung: Peter J. Mumby, Marine Spatial Ecology Laboratory, University of Exeter; Alasdair J. Edwards, University of Newcastle; J. Ernesto Arias-Gonzalez, Departamento Recursos del Mar, Yucatan, Mexico; u.a.; in Nature, Vol. 427, No. 6974, pp 533-536, 5.2.2004
WWF-Berichte über Mangroven
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