9.1.2004, 12:19 Uhr
Leichte Filterzigaretten sind nicht "gesünder"

Bei Rauchern von Filterzigaretten ist das Risiko für Tod durch Lungenkrebs ähnlich hoch - unabhängig vom Teergehalt ihrer Zigarettenmarke. Das zeigen die Resultate einer Studie mit rund 940.000 Rauchern, die amerikanische Forscher im "British Medical Journal" präsentieren.

"Unabhängig vom Kondensatgehalt ihrer Zigarettenmarke wiesen alle aktiven Raucher ein sehr viel höheres Risiko für Lungenkrebs auf als jene, die das Rauchen aufgegeben oder niemals geraucht hatten", schreiben die Forscher um Jeffrey Harris vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge.

Die Ökonomen und Mediziner werteten Daten von etwa 365.000 Rauchern und 576.000 Raucherinnen aus, die im Jahr 1982 Auskunft über ihre Rauchgewohnheiten und ihre bevorzugte Marke gegeben hatten. Im Laufe der nächsten sechs Jahre starben 2.622 Männer und 1.406 Frauen an Krebs der Luftröhre, der Bronchien oder der Lunge. Unabhängig davon, ob ihre Zigaretten bis zu 7, 8 bis 14 oder über 15 Milligramm Kondensat enthielten, wiesen alle Personen ein ähnliches Risiko für Tod durch diese Krebsarten auf.

Laut Harris und Kollegen bestätigen die Resultate die Ansicht, dass "leichtere" Zigaretten intensiver geraucht werden und daher nicht weniger gesundheitsschädlich sind. Dagegen erhöht der Konsum filterloser Zigaretten das Krebsrisiko nochmals um 44 Prozent, fanden sie. Zumindest in China, Frankreich oder den Staaten Osteuropas, wo solche Zigaretten häufig geraucht würden, könnten entsprechende Gegenmaßnahmen daher "von begrenztem Nutzen für die öffentliche Gesundheit sein."


Forschung: Jeffrey E. Harris, Department of Economics, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge; Michael J. Thun, Epidemiology and Surveillance Research, American Cancer Society, Atlanta, Georgia; und andere

Veröffentlicht in British Medical Journal, Vol. 328, 10. Januar 2004, pp 72-9

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Lungenkrebs
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