2.1.2004, 14:53 Uhr
Gute Lebensbedingungen in der Milchstraße

Jedes zehnte Sternensystem unserer Milchstraße bietet gute Bedingungen für Leben. Das lässt zumindest ein Computermodell australischer Astrobiologen vermuten. Sie berechneten die chemischen Voraussetzungen für die Entstehung von Leben.

Die Forscher um Charles Lineweaver von der University of New South Wales stellen ihr Modell jetzt im Magazin "Science" vor. Gute Chancen sehen sie für Systeme, die zwischen 23.000 und 29.000 Lichtjahre vom Zentrum der Galaxie entfernt liegen. In diesem Ring sind der Computersimulation zufolge alle Sterne zwischen vier und acht Milliarden Jahre alt. Systeme, die näher am Zentrum der Galaxie liegen, haben nach Meinung der Forscher ein zu hohes Risiko, infolge von Sternenexplosionen zerstört zu werden.

Vier Milliarden Jahre seien mindestens nötig, damit sich Leben nach dem Vorbild der Erde entwickeln könne, schreiben die Forscher. Dreiviertel der Sterne in der Ringzone seien älter als unsere Sonne und erfüllten damit diese Voraussetzung. Im Umfeld der betreffenden Sterne müssten außerdem ausreichend schwere Elemente vorkommen.

Weil sich die ringförmige Zone kontinuierlich ausdehnt, steigen langfristig die Chancen für die Entwicklung von Lebensformen, glauben die Forscher. Sie betonen jedoch, ihr Computermodell belege nur die theoretische Möglichkeit für Leben außerhalb unseres Sonnensystems. Einen echten Beweis erwarten sie frühestens in einigen Jahrzehnten, wenn der technische Fortschritt tiefere Einblicke in benachbarte Sternensysteme erlaubt.

Yeshe Fenner/Space Telescope Institute

Unsere Galaxie, die potenziell bewohnbare Zone ist grün eingefärbt
Quelle: Yeshe Fenner/Space Telescope Institute



Forschung: C.H. Lineweaver, University of New South Wales / Australian Centre for Astrobiology, Sydney; Y. Fenner, B.K. Gibson. Swinburne University, Hawthorn, Australia, in "Science", Vol. 303, 2.1.2004, pp 59-62

[Zurück]


Dies ist eine Archiv-Datei. Wir bitten um Verständnis, dass Links und Inhalte nicht mehr aktualisiert werden. Zum Aufruf des aktuellen Sciencetickers klicken Sie bitte auf eine Rubrik aus der linken Spalte.


Werbung: