13.1.2004, 9:07 Uhr
Schützt Vitamin D vor Multipler Sklerose?

Frauen mit einer hohen Aufnahme von Vitamin D erkranken seltener an Multipler Sklerose. Das berichten amerikanische Ernährungswissenschaftler und Mediziner im Fachblatt "Neurology". Reichliche Zufuhr des Vitamins mit der Nahrung oder in Form von Vitamintabletten scheint das Erkrankungsrisiko demnach um bis zu 40 Prozent zu senken.

"Die Resultate müssen durch weitere Studien bestätigt werden", so Kassandra Munger von Harvard University in Boston, Massachusetts. "Die Vorstellung, dass man durch schlichte Einnahme von Multivitamintabletten das Risiko für Multiple Sklerose reduzieren kann, ist jedoch sehr aufregend."

Vitamin D wird teils mit der Nahrung aufgenommen, teils bei Sonnenschein in der Haut produziert. Da Multiple Sklerose mit zunehmendem Abstand vom Äquator immer häufiger wird, war bereits früher ein Zusammenhang zwischen dem Vitamin und der Erkrankung vermutet worden.

Munger und ihr Team werteten nun Daten von rund 190.000 Krankenschwestern aus, deren gesundheitlicher Werdegang und Ernährungsgewohnheiten 10 bzw. 20 Jahre lang verfolgt worden waren.

In diesem Zeitraum erkrankten 173 Teilnehmerinnen an Multipler Sklerose, einer immer noch rätselhaften Entzündung des Zentralnervensystems. Bei jenen Frauen mit der höchsten Gesamtaufnahme des Vitamins trat die Erkrankung 33 Prozent seltener auf als bei jenen mit der niedrigsten Aufnahme.

Nahmen die Studienteilnehmerinnen zusätzlich Vitamintabletten, sank ihr Erkrankungsrisiko sogar um 40 Prozent. Die Art des Zusammenhangs ist noch unklar, betont Munger. Künftige Studien müssten die Vitaminversorgung auch durch Blutanalysen bestimmen und nicht nur anhand von Ernährungstagebüchern abschätzen.


Forschung: Kassandra L. Munger, Department of Nutrition, Harvard School of Public Health, Boston, Massachusetts; und andere

Veröffentlicht in Neurology, Vol. 62, 13. Januar 2004, pp 60-5

WWW:
Multiple Sklerose
Vitamine und Coenzyme

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