10.12.2003, 13:57 Uhr
Roboter navigiert mit Geplapper
Ein neuartiges Laut-Ortungssystem nutzt ein Roboter, mit dem kanadische Ingenieure Besucher durch ihr Institut lotsen. Gewissermaßen am Klang seiner eigenen Stimme erkennt das Gerät seine momentane Position und plant danach seine weiteren Bewegungen. Die gleiche Technik könnte auch für interaktive, maschinelle Museumsführer oder für Arbeiten in kontaminierten Gebäuden eingesetzt werden, glauben die Forscher.
"Dies ist eine völlig neuartige Lösung für das Problem der Navigation", sagt Parham Aarabi von der University of Toronto. Als Laborführer nutzen er und seine Kollegen einen fahrbaren Roboter samt erhöht angebrachten Lautsprechern, aus denen die Besucher gegebenenfalls Erläuterungen hören.
Foto: Parham Aarabi/U Toronto
Diese Laute nehmen wiederum längs der Fahrtroute platzierte Wandmikrophone auf. Abhängig von der Position des Roboters klingt seine "Stimme" für jedes Mikrophon etwas anders. Aus den Unterschieden zwischen den Aufnahmen kann ein Computer daher den momentanen Standort des Geräts ermitteln und diesem übermitteln.
Wie das Team im Fachblatt "Information Fusion" berichtet, schwankt die Genauigkeit der berechneten Position zwischen 7 und 30 Zentimetern, je nachdem, wie weit der Roboter gerade von den Mikrophonen entfernt ist. Unerwartete Hindernisse erkennt das Gerät dank "Schnurrhaaren", fährt daraufhin kurz rückwärts, dreht sich, und schlägt einen neuen Kurs ein.
Forschung: Qing Hua Wang, Teodor Ivanov und Parham Aarabi, Electrical and Computer Engineering, University of Toronto, Ontario
Online-Veröffentlichung Information Fusion, DOI 10.1016/j.inffus.2003.10.002
WWW:
Homepage Parham Aarabi
Artificial Perception Laboratory, U Toronto
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