19.12.2003, 17:00 Uhr
Silberne Autos sind sicherer
Silberfarbene Autos scheinen besonders sicher zu sein, haben neuseeländische Forscherinnen entdeckt. Wie sie in der Weihnachtsausgabe des "British Medical Journal" berichten, werden Insassen von silbernen Fahrzeugen nur etwa halb so oft in Unfälle mit Verletzungs- oder Todesfolge verwickelt wie Insassen von weißen Wagen.
"Weltweit sterben pro Tag etwa 3.000 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen", schreiben Sue Furness und ihre Kolleginnen von der University of Auckland. Entsprechend wichtig sei es, beeinflussbare Risikofaktoren zu identifizieren. Die Forscherinnen nahmen nun den Effekt der Lackfarbe unter die Lupe.
Von April 1998 bis Juni 1999 ereigneten sich auf den Straßen in und um die neuseeländische Hauptstadt 571 Unfälle mit Personenschaden. In 145 Fällen hatten die Betroffenen in weißen Autos gesessen, in 30 Fällen in silberfarbenen. In der Vergleichsgruppe - bestehend aus 588 willkürlich angehaltenen Wagen und ihren Fahrern - fand sich ein identischer Anteil weißer, jedoch ein doppelt so hoher Anteil silberner Wagen.
Offenbar ist das Unfallrisiko in silbernen Wagen nur halb so hoch wie in weißen. Unter Berücksichtigung weiterer Faktoren wie Alter, Fahrerfahrung, Tageszeit oder Witterung betrug das Risiko sogar nur 40 Prozent des Wertes für weiße Wagen. Braune Autos scheinen dagegen doppelt so gefährlich wie weiße zu sein. "Ob sich diese Resultate verallgemeinern lassen, bedarf der Klärung", schreiben Furness und ihre Kolleginnen. "Eine Erhöhung des Anteils silberner Fahrzeuge könnte eine effektive passive Strategie sein, die Zahl der Verletzungen durch Autounfälle zu senken."
Forschung: Sue Furness, Jennie Connor, Elizabeth Robinson, Section of Epidemiology and Biostatistics, School of Population Health, University of Auckland; und andere
Veröffentlicht in British Medical Journal, Vol. 327, 20./27. Dezember 2003, pp 1455-6
WWW:
Straßenverkehrsunfälle in den letzten 50 Jahren
| [Zurück] | |

