11.12.2003, 13:17 Uhr
Erdähnliche Planeten an der Tagesordnung

Sollte Wasser die wichtigste Voraussetzung für Leben sein, können Astrobiologen aufatmen. Das lassen zumindest Simulationen der Planetenentstehung vermuten, die amerikanische Astronomen angestellt haben. Bei jedem Durchlauf entstand mindestens ein erdähnlicher Planet, inklusive einer Reihe feuchter und damit lebensfreundlicher Welten.

"Unsere Simulationen ergaben eine erstaunliche Vielfalt von Planeten", erläutert Sean Raymond von der University of Washington in Seattle. "Wir erhielten Planeten, nur halb so groß wie die Erde und staubtrocken, ähnlich dem Mars, Planeten ähnlich der Erde oder aber dreimal größere Planeten mit zehnmal mehr Wasser." Von entscheidender Bedeutung seien Umlaufbahn und Masse des nächstgelegenen Gasriesen, des Jupiter im Falle unseres Sonnensystems.

Astronomen gehen davon aus, dass junge Sterne von einer Scheibe aus Gas und Staub umgeben sind, in der sich nach und nach Planeten bilden können. Die Simulationen Raymonds und seiner Kollegen begannen in einer relativ späten Phase, als sich bereits einige "Planeten-Embryos" gebildet hatten, und verfolgten, wie sich diese zu größeren Planeten entwickelten und durch Kollisionen untereinander sowie Einschläge von Asteroiden und Kometen Wasser erhielten.

Wie das Team demnächst im Fachblatt "Icarus" berichtet, entstanden bei jedem der 44 Modellläufe ein bis vier innere Planeten. 43 dieser Welten lagen innerhalb der Marsbahn und in 11 Fällen war die Umlaufbahn praktisch identisch mit der Erdbahn. Der Wasserreichtum dieser Welten hing empfindlich von der Bahn des Modell-Jupiters ab, fanden die Forscher. "Riesenplaneten auf exzentrischen Umlaufbahnen führen zu trockenen terrestrischen Planeten", so Raymond, "umgekehrt ergaben kreisförmige Bahnen feuchtere erdähnliche Planeten."


Forschung: Sean Raymond und Thomas R. Quinn, Department of Astronomy, University of Washington, Seattle, und Jonathan Lunine, Lunar and Planetary Laboratory, University of Arizona, Tucson

Veröffentlichung in Icarus

WWW:
Homepage Sean Raymond
Milliarden Planeten in der Milchstraße
The Extrasolar Planets Encyclopaedia

[Zurück]


Dies ist eine Archiv-Datei. Wir bitten um Verständnis, dass Links und Inhalte nicht mehr aktualisiert werden. Zum Aufruf des aktuellen Sciencetickers klicken Sie bitte auf eine Rubrik aus der linken Spalte.


Werbung: