16.3.2004, 19:30 Uhr
Flare: Forscher nutzen Atmosphäre als Strahlungsmesser

Der stärkste beobachtete Strahlungsausbruch auf der Sonne war sehr viel stärker, als bislang vermutet. Zu diesem Schluss kommen neuseeländische Physiker im Fachblatt "Geophysical Research Letters". Die bei dem Ausbruch, einem so genannten Flare, freigesetzte Röntgenstrahlung war zu intensiv, um von einem Beobachtungssatelliten vermessen zu werden. Daher nutzten die Forscher die Erdatmosphäre als übergroßen Strahlungssensor.

Laut Neil Thomson von der University of Otago, Dunedin, war der Ausbruch am 4. November letzten Jahres "mehr als doppelt so stark wie früher beobachtete Flares. Wäre der zugehörige Partikel- und Magnetsturm auf die Erde gerichtet gewesen, hätte er beträchtlichen Schaden an Satelliten und Stromnetzen verursachen können."

Bei Flares wird schlagartig in den magnetischen Feldlinien der Sonne gespeicherte Energie freigesetzt. Die Ausbrüche werden nach ihrer Strahlungsleistung im Röntgenbereich klassifiziert. Die bislang stärksten Flares gehörten zur Klasse X20, entsprechend einer Leistung von zwei Milliwatt pro Quadratmeter, gemessen in der Erdumlaufbahn. Thomson und Kollegen gehen davon aus, dass der Rekordausbruch im Herbst 2003 zur Klasse X45 gehörte.

Eine kleine Region auf der Sonne habe dabei kurzzeitig so viel Energie im Röntgenbereich freigesetzt wie normalerweise 5.000 Sonnen, so die Forscher. Diese Strahlung konnte die Erdatmosphäre zwar nicht durchdringen, sie jedoch messbar beeinflussen. Eben diesen Effekt registrierte die Gruppe, als sie zur Zeit des Flares die Ausbreitung niederfrequenter Radiowellen über den Pazifik zwischen Nordamerika bzw. Hawaii und Neuseeland studierte. "Wir waren zur rechten Zeit am rechten Ort, ausgestattet mit dem entsprechenden Wissen", so Thomson.


Forschung: Neil R. Thomson, Craig J. Rodger und Richard L. Dowden, Space Physics Group, Department of Physics, University of Otago, Dunedin, Neuseeland

Veröffentlichung in Geophysical Research Letters, 17. März 2004

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Homepage der Arbeitsgruppe
X-whatever Flare!

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