15.3.2004, 20:04 Uhr
Großes Objekt am Rande des Sonnensystems entdeckt

Den äußersten Vorposten des Sonnensystems haben amerikanische Astronomen entdeckt. Das "Sedna" getaufte Objekt befindet sich derzeit gut 13 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt - gut zweieinhalbmal weiter als der Planet Pluto. Möglicherweise handelt es sich um den ersten bekannten Bestandteil einer riesigen Wolke, die die Sonne und die Planeten einhüllt.

"Dort draußen erscheint die Sonne so klein, dass man sie mit einem Stecknadelkopf vollständig abschatten könnte", erläutert Michael Brown vom California Institute of Technology in Pasadena. Der Forscher und seine Kollegen hatten den schätzungsweise 1.250 bis 1.800 Kilometer großen Brocken mit der offiziellen Bezeichnung 2003 VB12 bereits im November letzten Jahres entdeckt. Seinen noch inoffiziellen Namen erhielt er zu Ehren der Inuit-Meeresgöttin Sedna.

NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (SSC-Caltech)

So könnte ein Sonnenuntergang über Sedna aussehen. Grafik: NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (SSC-Caltech)

Brown und seine Kollegen vermuten, dass Sedna das erste bekannte Objekt aus der Oortschen Wolke ist. Diese Wolke aus mehr oder weniger kleinen, eisigen Felsbrocken soll das Sonnensystem ähnlich einer gigantischen Seifenblase einhüllen. Ihre Existenz war bereits in den 50er-Jahren von dem Astronomen Jan Oort postuliert worden, um die Eigenschaften langperiodischer Kometen zu erklären.

Sedna dürfte die Sonne alle 10.500 Jahre auf einer stark elliptischen Bahn umkreisen, die sie bis zu 130 Milliarden Kilometer weit ins All hinausträgt, fast 900-mal weiter als der Abstand der Erde von der Sonne. Zum Vergleich: Der Halleysche Komet benötigt nur 76 Jahre für einen Umlauf und erreicht höchstens das 20fache des Abstandes Erde-Sonne. Besonders interessant, aber nicht minder rätselhaft ist für die Forscher die Zusammensetzung Sednas. "Wir wissen noch nicht, woraus die Oberfläche dieses Objekts besteht", erläutert Chad Trujillo vom Gemini Observatory, Hawaii. "Es ist nichts, was wir vorhergesagt hätten oder erklären könnten."

Grafik: NASA

Sedna im Größenvergleich. Grafik: NASA


Forschung: Michael E. Brown, Department of Astronomy, California Institute of Technology, Pasadena; Chad Trujillo, Gemini Observatory, Hawaii; und andere

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