1.10.2004, 19:39 Uhr
Röntgenblitze lassen auf Supernovae hoffen
Drei intensive Strahlungsblitze aus unterschiedlichen Himmelsregionen schüren Hoffnungen bei Astronomen. Laut Mitteilung der amerikanischen Weltraumbehörde NASA währten die Ausbrüche von Röntgenstrahlung zwar nur wenige Sekunden. Allerdings könnten sie Vorboten imposanterer Ereignisse sein, dem Kollaps sehr massereicher Sterne.
Derart vorgewarnt und auf der Hut, könnten Astronomen solche Supernovae von Anfang an verfolgen, erläutert George Ricker vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge. "Jeder einzelne der Ausbrüche war großartig", begeistert sich der Forscher. "Je nachdem, wie sie sich weiter entwickeln, könnten sie wichtige Theorien über Supernovae und Gamma-Ray Bursts stützen."
Illustration: NASA
Entdeckt wurden die drei Energieausbrüche von dem High-Energy Transient Explorer, kurz HETE-2, einem eigens zu diesem Zweck gestarteten Satelliten. Sobald HETE ein hochenergetisches Ereignis bemerkt, sendet er ein entsprechendes Signal zur Erde, sodass binnen kürzester Zeit weitere Teleskope auf die Strahlungsquelle gerichtet werden können. Die drei neuen Strahlungsausbrüche registrierte HETE-2 am 12., 16. und 24. September.
Die Herkunft der Röntgenblitze sei unklar, so Stanford Woosley von der University of California in Santa Cruz. Möglicherweise handle es sich tatsächlich um Ausbrüche von Gammastrahlung, deren Strahlungskegel die Erde nur "streife" und daher als weniger energiereich erschienen. Jüngste Beobachtungen zeigten, dass diese Gamma-Ray Bursts sehr wahrscheinlich von Supernova-Explosionen herrührten. Sollte an einer der von HETE-2 "markierten" Himmelspositionen demnächst eine Supernova aufleuchten, wäre daher bestätigt, dass es sich bei Röntgen- und Gammablitzen um verschiedene Ansichten des gleichen Phänomens handle.
Forschung: George R. Ricker, Center for Space Research, MIT, Cambridge; Stanford E. Woosley, Department of Astronomy and Astrophysics, University of California, Santa Cruz; und andere
WWW:
X-Ray Bursts
MIT Center for Space Research
- HETE-2
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