25.10.2004, 11:26 Uhr
Alkohol knockt Bienen aus
Alkohol wirkt bei Biene und Mensch sehr ähnlich, haben amerikanische Biologinnen ermittelt. Auch die Insekten verlieren im Rausch die Kontrolle über ihre Bewegungen und können sich nur mit Mühe auf den Beinen halten - oder auch nicht.
Auf molekularer Ebene arbeiteten die Hirne von Biene und Mensch sehr ähnlich, so Julie Mastard von der Ohio State University. "Wenn wir wissen, wie chronischer Alkoholkonsum Gene und Proteine im Gehirn der Honigbiene beeinflusst, könnte das helfen, den Effekt von Alkoholismus auf Gedächtnis und Verhalten beim Menschen zu verstehen, ebenso wie die molekulare Basis der Abhängigkeit."
Foto: Ohio State University
Mustard und Kolleginnen gaben Honigbienen (Apis mellifera) Zuckerlösungen mit unterschiedlichen Ethanolgehalten zu lecken. Dann verfolgten sie 40 Minuten lang, wie häufig die Tiere in ihren Beobachtungskammern herumliefen oder -flogen, stillstanden, sich putzten oder auf dem Rücken lagen. Die Resultate waren kaum überraschend, berichteten die Forscherinnen jetzt auf einer Fachtagung in San Diego.
Jene Tiere, die Lösungen mit mindestens 50 Prozent Ethanol konsumiert hatten, zappelten binnen zehn Minuten auf dem Rücken und waren kaum mehr zu anderen Handlungen fähig. "Sie konnten ihre Beine nicht genügend koordinieren, um sich wieder herumzuschwingen", beschreibt Mustard die Folgen der Intoxikation. Nun, da der Effekt des Alkohols auf Bienen belegt sei, könnten die sozialen Tieren künftig als Labormodelle für die Alkoholismus-Forschung dienen.
Forschung: Julie A. Mustard und Geraldine A. Wright, Department of Entomology, Ohio State University, Columbus; und andere
Präsentation auf dem 34th Annual Meeting der Society for Neuroscience in San Diego
WWW:
Bee Lab, Ohio State University
Alkohol
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