20.10.2004, 19:00 Uhr
Am Anfang war der Vierflügler
Die ersten Vögel arbeiteten möglicherweise mit zwei Flügelpaaren statt mit nur einem. Für diese Annahme spricht ein neues Fossil, das zwei chinesische Paläontologen im Magazin "Nature" vorstellen. Die mit langen Federn besetzten Beine des Tieres könnten dessen Flug stabilisiert haben, bis diese Aufgabe von den Schwanzfedern übernommen wurde.
Fucheng Zhang und Zhonghe Zhou von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften fanden das 145 bis 124 Millionen Jahre alte Fossil in einer Gesteinsformation in der Provinz Liaoning im Nordosten Chinas. Das noch namenlose Tier gehört zu einer ausgestorbenen Gruppe primitiver Vögel, den Enantiornithinen. "Die Flugtauglichkeit dieser frühen Vögel ist allgemein anerkannt", schreiben die Forscher, "obwohl sie wohl noch nicht so ausgeprägt war wie bei modernen Vögeln."
Der Urvogel Archaeopteryx habe ebenfalls lange Beinfedern besessen, so die Paläontologen weiter. Und mit Microraptor sei ein Dinosaurier bekannt, der dank extrem langer Federn an Vorder- und Hinterbeinen zu einem "vierflügeligen" Gleitflug fähig gewesen sei. Umgekehrt wiesen außer dem neuen Fossil auch weitere Vögel aus dem Mesozoikum nur kurze Schwanzfedern auf.
Die Beinfedern des neuen Vogels "könnten daher Überbleibsel früherer langer, aerodynamischer Beinfedern sein", vermuten Zhang und Zhou, "im Einklang mit der Hypothese, dass die Vögel bei der Evolution des Fluges ein vierflügeliges Stadium durchlaufen haben." Offenbar hätten die Beine ihre Funktion beim Flug erst später an den Schwanz abgegeben und seien dadurch für andere Zwecke frei geworden.
Forschung: Fucheng Zhang und Zhonghe Zhou, Institute of Vertebrate Paleontology and Paleoanthropology, Chinese Academy of Sciences, Beijing
Veröffentlicht in Nature, Vol. 431, 21. Oktober 2004, p 925
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Dino-Birds - The Feathered Dinosaurs of China
Saurierfossil mit vier Flügeln entdeckt
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