19.10.2004, 13:32 Uhr
Planeten wachsen im Chaos
Die Planeten-Entstehung ist ein schmutziges Geschäft, hat eine internationale Astronomengruppe ermittelt. Ihrer Studie zufolge sammeln wachsende Planeten nicht einfach nur das Material in der Staubscheibe um einen jungen Stern auf. Vielmehr scheint ein großer Teil des Staubes erst auf Kollisionen zwischen den angehenden Welten zurückzugehen.
"Da draußen herrscht das Chaos", formuliert George Rieke von der University of Arizona in Tucson, der Leiter der neuen Studie. "Wir erkennen nun, dass das Wachstum eines Planeten einen langen und steinigen Pfad darstellt." Rieke und Kollegen veröffentlichen ihre Resultate demnächst im "Astrophysical Journal".
Grafik: NASA/JPL/T. Pyle (SSC-Caltech)
Die Forscher untersuchten Staubscheiben bei 71 unterschiedlich alten Sternen, wie sie von mehreren Infrarot-Teleskopen aufgenommen worden waren. Astronomen gehen davon aus, dass Planeten in diesen Staubmassen ähnlich Schneemännern wachsen: Kleinere Staubklumpen sollten auf ihrer Bahn immer mehr Material auflesen und so allmählich zu kilometergroßen Planeten-Vorläufern heranwachsen. Aus Kollisionen zwischen diesen Planetesimalen sollten wiederum "ausgewachsene" Planeten hervorgehen.
Im Laufe dieses Prozesses sollte die Staubscheibe binnen einiger zehn Millionen Jahre immer weiter ausdünnen und schließlich verschwinden, erläutert Rieke. Stattdessen habe man mehrere Hundert Millionen Jahre alte Sterne mit sehr massereichen Staubscheiben gefunden. "Der einzige Weg zur Produktion derartiger Staubmengen bei alten Sternen sind gewaltige Kollisionen", so der Forscher.
Forschung: George H. Rieke und Dean C. Hines, Steward Observatory, University of Arizona, Tucson; Karl R. Stapelfeldt, Jet Propulsion Laboratory, Pasadena, Kalifornien; und andere
Veröffentlichung vorgesehen in Astrophysical Journal
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