12.10.2004, 17:42 Uhr
Staub aufwirbeln auf dem Mars
Rege Aktivität auf dem Mars bezeugen neue Aufnahmen der Raumsonde Mars Express. Sie zeigen einen Teil des südlichen Hochlandes Promethei Terra, der unter einer meterdicken Staubschicht zu schlummern scheint. Für Unruhe sorgen immer wieder Staubteufel, die über das Terrain ziehen und dabei bis zu 20 Kilometer lange "Kratzer" hinterlassen.
Die Luftwirbel lassen sich auch von Kraterrändern und anderen Geländekonturen nicht aufhalten, zeigen die Bilder der hochauflösenden Stereokamera HRSC an Bord der Sonde. Die Wirbel wehen die oberste, durch Wechselwirkung mit der Atmosphäre hell verfärbte Staubschicht zur Seite und legen den darunter liegenden Boden frei. Resultat sind dunkle Linien in einer - trotz einer Auflösung von 14 Metern pro Bildpunkt - leicht unscharf wirkenden Landschaft.
Die Spuren belegen, dass die Staubteufel bevorzugt in nordwestlich-südöstlicher und in östlich-westlicher Richtung durch das Gebiet ziehen. Das Muster findet sich auch am Grund eines 32 Kilometer weiten und bis zu 1.200 Meter tiefen Kraters, an den Flanken zahlreicher kleiner Dünen und im Innern kleinerer, durch die Staubdecke "weichgezeichneter" Krater.
Von Dauer seien die Spuren der Staubteufel allerdings nicht, so das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einer Mitteilung. Vielmehr handle es sich um kurzlebige Zeugen einer atmosphärischen Aktivität, "die zu einem großen Teil in der Bewegung von Staub durch Wind besteht".
Bilder: Copyright ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)
Forschung: Ralf Jaumann, DLR-Institut für Planetenforschung, Berlin-Adlershof, und Gerhard Neukum, Institut für Geologische Wissenschaften, FU Berlin; und andere
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Mars Express
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