14.9.2004, 17:53 Uhr
Positive Zwischenbilanz für Strömungskraftwerk

Unter dem Einfluss von Mond und Sonne sind in den Meeren ständig gewaltige Wassermassen in Bewegung. Dass sich diese Energie zur Stromerzeugung nutzen lässt, bestätigen die Resultate des deutsch-britischen "Seaflow"-Projekts. Das vor der britischen Küste errichtete Meeresströmungskraftwerk hat die Erwartungen seiner Entwickler mehr als erfüllt.

Grafik der Anlage: Ähnlich einem Leuchtturm mit unter Wasser montiertem RotorDie Anlage ähnelt prinzipiell einem Windkraftwerk - mit dem Unterschied, dass sich der Rotor unter Wasser in der Gezeitenströmung dreht. Laut Mitteilung des Fachinformationszentrums Karlsruhe ist der Rotor auf eine Leistung von 300 Kilowatt ausgelegt, hat die Prognosewerte jedoch um 25 Prozent übertroffen. Damit konnte wiederum die im Vergleich mit den Vorhersagen etwas geringere Strömung ausgeglichen werden.

Zwei Kilometer vor der britischen Küste im Bristol Channel errichtet, wurde Seaflow im Juni letzten Jahres offiziell in Betrieb genommen. Die Tidenströmung erreicht dort in 20 bis 30 Metern Wassertiefe Geschwindigkeiten von zwei bis drei Metern pro Sekunde - laut den Entwicklern nahezu ideale Bedingungen für ein Strömungskraftwerk.

Koordiniert wird das Projekt vom Industriekonsortium Marine Current Turbines, zu dessen Partnern das Institut für Solare Energieversorgungstechnik an der Universität Kassel zählt. Die Entwickler arbeiten bereits an der nächsten Generation von Strömungskraftwerken: Dabei soll mit je zwei Rotoren eine Gesamtleistung von 1,2 Megawatt (1.200 Kilowatt) erreicht werden. Bei Serienfertigung der Anlagen könnten die Stromerzeugungskosten zwischen fünf und zehn Cent je Kilowattstunde liegen.

Grafik: ISET e.V.


Forschung: Institut für Solare Energieversorgungstechnik e.V. an der Universität Kassel; und andere

WWW:
Institut für Solare Energieversorgungstechnik e.V
Marine Current Turbines
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