20.8.2004, 18:02 Uhr
Großes Potenzial für Bioenergie

Biomasse hat das Potenzial, zur wichtigsten regenerativen Energiequelle zu werden. Zu diesem Schluss kommen Stuttgarter Wissenschaftler laut Mitteilung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe. Demnach könnten im Jahr 2030 über ein Sechstel des deutschen Energiebedarfs durch organisches Material gedeckt werden.

Joachim Nitsch und seine Kollegen vom DLR-Institut für Technische Thermodynamik schätzen, dass Holz im Jahr 2030 rund 750 Petajoule Energie liefern könnte. Aus Biogas könnten 150 Petajoule gewonnen werden. Ein Petajoule entspricht einer Billiarden Joule oder knapp 280 Millionen Kilowattstunden.

Große Potenziale sehen die Forscher im gezielten Anbau von Biomasse, beispielsweise so genannten Energiepflanzen. Einem ihrer Szenarien zufolge könnten auf 4,3 Millionen Hektar Pflanzen zur Gewinnung von Strom, Wärme oder Kraftstoffen angebaut werden. Die per Verbrennung, Vergärung oder thermochemische Vergasung eingeholte "Ernte" könnte weitere 1.300 Petajoule betragen.

In 26 Jahren könnten so insgesamt 2.200 Petajoule aus nachwachsenden Rohstoffen stammen, entsprechend einem Anteil von 17,3 Prozent an dem prognostizierten Energiebedarf von 12.750 Petajoule. Laut Mitteilung der Fachagentur ist die Bioenergie anderen regenerativen Energien nicht nur quantitativ überlegen. Anders als Wind oder Sonne, lasse sich Biomasse problemlos speichern.


Forschung: Joachim Nitsch, Institut für Technische Thermodynamik, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Stuttgart; und andere

WWW:
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe
DLR-Institut für Technische Thermodynamik
Erneuerbare Energien, Bundesumweltministerium

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