23.8.2004, 12:15 Uhr
Stimmung beeinflusst Augenzeugen-Berichte
Traurige Augenzeugen sind bessere Augenzeugen. Das haben australische Psychologen herausgefunden. Negative Emotionen erhöhen demnach Genauigkeit und Verlässlichkeit von Erinnerungen, berichten die Forscher demnächst im "Journal of Experimental Social Psychology".
"Offenbar werden unsere Erinnerungen an vergangene Ereignisse eher durch irrelevante Information 'kontaminiert', wenn wir guter Stimmung sind", so Joseph Forgas von der University of New South Wales in Sydney. "Positive Emotionen scheinen weniger sorgfältige Denkstrategien zu begünstigen."
Forgas und seine Kollegen versetzten ihre Versuchsteilnehmer in positive oder negative Stimmung und testeten, wie gut sie sich an eine von Schauspielern dargestellte Szene erinnerten, beispielsweise einen Taschendiebstahl. Die Berichte von glücklichen Probanden erwiesen sich dabei als deutlich weniger verlässlich als jene von traurigen.
Zudem schienen sich letztere besser mitteilen zu können und konnten - in einem zweiten Experiment - schlüssiger argumentieren. "Aus evolutionärer Sicht macht dieser Befund Sinn", so Forgas. "Tiere, die ihre Umgebung sorgfältig im Auge behalten, nehmen Bedrohungen besser wahr."
Forschung: Joseph P. Forgas, School of Psychology, University of New South Wales, Sydney; und andere
Veröffentlichung in Journal of Experimental Social Psychology
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